Wer Matthias Schenk gegenübersteht, sieht sofort den ehrlichen Rocker: lange Haare, authentisches Auftreten und eine Leidenschaft, die ansteckt. Schon mit seinem Projekt "Rock mit dem Herrn" brachte er den Glauben in Form von Rock-Gottesdiensten auf die Bühne. Doch Schenk, im "wahren Leben" Elektriker, geht es um mehr als nur laute Gitarren. Besonders im Song "Horizon" seiner Band wird deutlich, wie sehr Schenk die Botschaft aus seinen Rock-Gottesdiensten in die Welt des Metal transformiert hat.
"Eine zentrale Textzeile, auf deren Erhalt ich innerhalb der Band mit Nachdruck bestanden habe, lautet 'God is a kind of energy, the way out of despair'. Also 'Gott ist eine Art Energie. Der Weg aus der Verzweiflung'."
Für ihn ist dies keine abstrakte Theorie, sondern eine Kraft, die Menschen in Momenten tiefster Verzweiflung wieder aufrichten kann. Diese positive Message ist ihm gerade im oft düsteren Genre des Metal extrem wichtig. "Glaube und harte Musik sind keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig verstärken." In Fan-Gruppen und Auswertungen wird "Horizon" regelmäßig als einer der stärksten Songs hervorgehoben. Für Matthias Schenk ist das die Bestätigung, dass seine ehrliche Art und seine tief verwurzelte Überzeugung bei den Menschen ankommen.
Blickt man mit etwas Augenzwinkern auf Namen und der Geschichte der Band und ihrer Mitglieder, spiegelt sich diese christliche Prägung sogar darin wieder. Schenk verweist darauf, dass sein Vorname Matthias auf einen Apostel zurückgeht. Gitarrist Matthias Kirchgessner trägt seit Jahren den Spitznamen "Church". Die Wahl des Bandnamens Sons of Eternity (Söhne der Ewigkeit) lässt ebenso Raum für Interpretationen. Sogar die kommenden Konzerte mit der Band Iron Savior (Eiserner Erlöser) – unter anderem am 9. Mai im Würzburger B-Hof – sieht er in diesem fast schon prophetischen Kontext.
Fränkischer Humor trifft Härte
Doch erstmal begleiten Sons of Eternity die fränkischen Kult-Metaller von J.B.O. auf mehreren Terminen. Der Auftritt in der Würzburger Posthalle ist ein Heimspiel in der Region, das für die Band eine enorme Bedeutung hat. Dass diese Zusammenarbeit zustande kam, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Vernetzung in der Szene. Zudem bestehen seit den Tagen von Schenks früherer Band Shylock alte Kontakte zu Musikern und Verantwortlichen.
Obwohl J.B.O. für Spaß-Metal steht und Sons of Eternity einen ernsteren Ansatz verfolgt, ergänzen sich beide Bands hervorragend. "Die Leute, die zu J.B.O. gehen, sind normalerweise ohnehin metal-affin", erklärt Schenk. Das Publikum in Würzburg ist zudem bekannt dafür, dass der "Damm" schnell bricht, besonders wenn die Chemie zwischen den Musikern stimmt – und da hilft der gemeinsame fränkische Hintergrund ungemein:
"Das Schöne ist: Das sind Franken, wir sind Franken".
Matthias Schenk ist 51 Jahre alt, seine Mitstreiter befinden sich in einem ähnlichen Alter. Sie alle stehen mit beiden Beinen im Berufsleben, haben aber den Mut, sich noch einmal einen großen Traum zu erfüllen: auf den bedeutenden Bühnen mit professioneller Anlage zu stehen. Für die Band ist eine solche Tour, wie auch die vergangenen Auftritte mit der Metal-Formation Axxis, in erster Linie eine Investition in die Zukunft.
Den Rockstar-Traum ein bisschen erfüllen
In wirtschaftlicher Hinsicht gehe es nicht um sofortige Gewinne, sondern darum, die Bekanntheit der Band nachhaltig zu steigern. "Das Ziel ist es, langfristig so viele Fans zu gewinnen, dass die Band eigene Club-Shows füllen kann", erklärt der Sänger. Sein Antrieb sei weit mehr als nur ein geschäftliches Kalkül. Es geht darum, ein bisschen den "Rockstar-Traum" zu leben und darum, den Menschen eine Freude zu bereiten.
"Das schönste Feedback für Schenk ist es, wenn Fans nach der Show zum Merchandising-Stand kommen, um eine CD zu kaufen oder ein Autogramm zu bitten", sagt er. In diesem Moment werde die Musik zur Brücke zwischen Künstler und Publikum.
Die neue CD von "Sons of Eternity" heißt übrigens "Human Beast" und erscheint am 27. März. Live vorgestellt werden die neuen Songs erstmals am Samstag, 28. März bei der "Rock Mania" in Willanzheim, bei der die Band unter anderem mit Sasquatch, Nump und den Gothic-Metal-Veteranen "Eternal Sadness" spielt, die nach sechs Jahren wieder ein Reunion-Konzert spielen und das 30-jährige Jubiläum ihres ersten Albums "Elation" feiern.