Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den britisch-französischen Völkerrechtler Philippe Sands. Der Jurist sei ein "Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt", teilte der Stiftungsrat des Friedenspreises am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Zudem habe er ein literarisches Werk vorgelegt, das sowohl das Leid der Opfer als auch die Motive der Täter zeige. Die Preisverleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober in der Paulskirche statt.

"Das Bestreben, Ökozid als Straftatbestand beim Internationalen Gerichtshof zu verankern, um die Zerstörung von Ökosystemen unter Strafe stellen zu können, geht ebenfalls auf seine Initiative zurück", heißt es in der Würdigung der neunköpfigen Preisjury. Philippe Sands wurde 1960 in London geboren, er ist Professor für Internationales Recht am University College London. Als Menschenrechtsanwalt war er an bedeutenden internationalen Gerichtsverfahren beteiligt, aktuell etwa zu Verbrechen des Militärs in Myanmar an der muslimischen Minderheit der Rohingya. Zuvor vertrat er beispielsweise die Interessen der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten und den Inselstaat Mauritius im Rechtsstreit mit der einstigen Kolonialmacht Großbritannien um den Chagos-Archipel.

Bekannt auch als Bestseller-Autor

Zudem veröffentlichte Sands zahlreiche Bücher, in denen Fragen des Völkerrechts aufgeworfen werden. So erzählte er in "Rückkehr nach Lemberg" von der Ermordung der jüdischer Bewohner im heute ukrainischen Lwiw während des Zweiten Weltkriegs. Sein jüngstes Buch "Die Verschwundenen von Londres 38" von 2025 thematisiert die Verbrechen des chilenischen Diktators Augusto Pinochet und die Versuche, sie aufzuarbeiten. Für seine literarischen Arbeiten wurde Sands bereits mehrfach ausgezeichnet.

Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird traditionell am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse verliehen. Im vergangenen Jahr wurde der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel ausgezeichnet.