21.07.2017
Malwettbewerb

"Augsburger Friedensbild 2017" macht Mut zum Anderssein

Rund 250 Schüler haben dieses Jahr Werke beim Malwettbewerb "Augsburger Friedensbild" eingesandt. Gewonnen hat die 16-jährige Lea Krause. Was ihr Bild bedeuten soll und was damit jetzt passiert.
Gewinnerin des Malwettbewerbs »Ausgburger Friedensbild«, Lea Krause
Die Gewinnerin des Malwettbewerbs »Ausgburger Friedensbild«, Lea Krause, mit ihrem preisgekrönten Werk.

Drei junge Menschen mit Tatoos, gefärbten Haaren und zum Teil schrägen Outfits: So sieht in diesem Jahr das Augsburger Friedensbild aus. Es stammt von der 16-jährigen Lea Krause. Die Schülerin der Stetten-Realschule wurde 2017 als Siegerin beim Malwettbewerb des evangelischen Dekanats Augsburg gekürt, der jedes Jahr anlässlich des Friedensfestes stattfindet.

Das Thema des Wettbewerbs lautete diesmal "Ich steh' dazu!". Insgesamt hatten rund 250 Schüler aus weiterführenden Schulen in und um Augsburg ihre Bilder zum Malwettbewerb eingesandt. Sie sollten Situationen darstellen, in denen Menschen konsequent ihren Standpunkt vertreten und dabei den Frieden nicht gefährden. Das Thema lehnt sich an Martin Luther an, der sich geweigert hatte, seine Thesen vor dem Reichstag zu widerrufen.

Gewinnerin Lea Krause im Interview

Die Siegerin war selbst überrascht von ihrem Erfolg: "Ich hatte gar nicht damit gerechnet", sagte die 16-Jährige. "Aber ich finde es voll cool." Was sie mit ihrem Bild zeigen will, erklärt die Schülerin im Interview:

Wie sind Sie auf das Motiv gekommen?

Krause: Wir leben ja in einer bunten Gesellschaft, in der jeder versucht, seine Persönlichkeit anders und auf seine ganz eigene Art auszudrücken. Das wollte ich auf ein Blatt bringen und damit sagen: Es ist in Ordnung, anders zu sein - und dass die Menschen auch dazu stehen sollen.

Warum ist es wichtig, zu dem zu stehen, was man tut?

Weil man sonst nicht durchs Leben kommt. Ich finde, man sollte fröhlich durchs Leben gehen. Dazu gehört, zu sich selbst zu stehen und zu wissen, was man ist und was man erreichen möchte. Sonst hat das Leben wenig Sinn.

Sind Sie selbst auch schon vor Situationen gestanden, wo Sie sagen mussten: Dazu stehe ich?

Ich glaube, davor steht jeder einmal. Etwa wenn es um das eigene Aussehen geht oder auch nur um eine andere Haarfarbe oder darum, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Das sind Entscheidungen, die einen Menschen mit ausmachen und zu denen man dann auch stehen muss.

Stadtdekanin Kasch lobt Bandbreite der Bilder

Augsburgs evangelische Stadtdekanin Susanne Kasch ist zufrieden mit den eingereichten Arbeiten. Die Schüler hätten "eine ganz große Bandbreite" an Themen dargestellt, sagte sie. Viele Bilder hätten sich mit der Rolle von Mann und Frau auseinandergesetzt, etliche aber auch mit dem Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen Religionen.

Der Malwettbewerb zum Augsburger Friedensbild fand in diesem Jahr zum 40. Mal statt. Hintergrund ist das Augsburger Friedensfest, das seit 1650 immer am 8. August gefeiert wird. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde damals den evangelischen Christen in Augsburg Religionsfreiheit gewährt. Das Siegerbild des Malwettbewerbs kommt auf das Plakat zum Friedensfest und hängt in ganz Augsburg aus.

Hintergrund: Hier sind die Bilder zu sehen

Die prämierten Bilder sind zusammen mit den Plakaten aus den vergangenen 40 Jahren des Malwettbewerbs noch bis 4. August in der Kreissparkasse in Augsburg zu sehen. Ab 7. August kann man sie in der Kirche St. Anna besichtigen. Dort hängen sie bis 31. August. Mehr Informationen unter finden Sie hier.

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