24.08.2019
"Kirche in Bayern"

Den Klimawandel stoppen! Aber wie?

Wie schnell wir wieviel CO2 vermeiden müssen, darüber streiten sich nicht nur die USA. Während vor allem die Jüngeren möglichst rasche und krasse Einschnitte fordern, setzen viele Ältere auf Erfahrung - und andere wiederum auf moderne Technik.
Den Klimawandel stoppen, dazu kann jeder seinen Teil beitragen. Gunnar Dillschneider und das Team des Evangelischen Fernsehens haben drei Projekte näher beleuchtet und festgestellt: Das Wichtigste ist zu handeln - und zwar jetzt.

"Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut." Unter diesem Motto gehen regelmäßig über tausend meist junge Regensburger auf die Straße. Doch die Jugendlichen wollen nicht nur demonstrieren, sondern mit Fakten informieren. Und sie haben klare Forderungen, so wie Ferdinand Klemm von "Fridays for Future": Den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf Straße, Schiene und Wasser und den "Plus-Energie-Standard" in der Bauleitplanung. Das bedeutet, dass kein Haus mehr gebaut werden darf, das nicht mehr Energie produziert als es selbst verbraucht. Als drittes wünscht er sich, dass die Stadt Regensburg und das Studentenwerk nur noch nachhaltiges, regionales, saisonales und vorwiegend vegetarisches und veganes Essen anbieten. 

Diese Forderungen unterstützt auch die Evangelische Erwachsenenbildung, die bei den Aktionen mitmacht. Carsten Lenk, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks in Regensburg, erklärt warum: "Es passt zu uns, es passt zu unserer Agenda, zu unserer Arbeit und wir finden es gut, dass jetzt etwas in Bewegung kommt." 

Unterwegs mit der Klima-Kollekte App 

Auch die moderne Technik bietet Möglichkeiten zum Klimaschutz. Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist begeistert von der Klima-Kollekte App. Er kann damit erkennen, wie viel CO2 er selbst bei einer Reise verursacht und was es kostet, dieses CO2 zu kompensieren. Den entsprechenden Betrag kann man an Klima-Kollekte.de, einen kirchlichen Fonds, überweisen. Das Geld wird dann zum Beispiel Kleinbauern in Südamerika zur Verfügung stellt, die sich dafür Kochstellen und Öfen besorgen, die weniger CO2 ausstoßen. 

Begegnungen auf Augenhöhe statt Entwicklungshilfe

Das ist das Motto der evangelisch-lutherischen Jesuskirche in München Haar und ihr Beitrag zum Klimawandel. Seit 30 Jahren hat die Gemeinde eine Partnerschaft mit Menschen in Tansania: "Weg von der Entwicklungshilfe, hin zu Begegnungen auf Augenhöhe" ist das Ziel der Partnerschaft, erklärt Pfarrerin Dagmar Häfner-Becker. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf Jugendbegegnungen und dem Aufbau einer Berufsschule vor Ort. Die Pfarrerin legt besonderen Wert auf die Kommunikation und gemeinsames Handeln. Doch das braucht ihrer Meinung nach viel Zeit: "Und das ist in unserer schnelllebigen Zeit eine Herausforderung."

"Wann, wenn nicht jetzt und wer, wenn nicht wir?"

Den Klimawandel aufhalten, das ist das gemeinsame Ziel aller drei Initiativen. Und jeder sollte mitmachen. Jeder sollte sich fragen, was muss anders werden, wie muss ich mich verändern? Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist vor allem dafür, so wenig wie möglich zu fliegen: "Jeder sollte selbst darauf achten, wie er sich in der Welt bewegt." Er fährt jeden Tag mit dem Fahrrad ins Landeskirchenamt in sein Büro und leistet damit seinen Beitrag zur Senkung der CO2 Emissionen, sagt er. Dass jeder etwas gegen den Klimawandel tun kann und soll, darauf besteht auch Laurine, die 13-jährige Regensburgerin: "Tut was! Und zwar jetzt. Von alleine wird nichts kommen."

TV-Tipp Kirche in Bayern am 25.8.2019

"Kirche in Bayern" - Das ökumenische TV-Magazin

Das ökumenische Fernsehmagazin "Kirche in Bayern" läuft immer sonntags auf den bayerischen TV-Regionalsendern – unter anderem um 15.30 Uhr auf münchen.tv und um 18.30 Uhr bei Franken Fernsehen. Weitere Sender und Sendezeiten finden Sie unter www.kircheinbayern.de/ausstrahlung.

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