Diakonisches Unternehmen
Der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Diakonie, Reiner Schübel, verlässt das diakonische Unternehmen. Er wolle "nichts radikal anders machen", hatte er noch im Mai 2020 erklärt. Nun aber gebe es "erhebliche unterschiedliche Auffassungen" bei bestimmten Themen.
Reiner Schübel Rummelsberg 2020
Pfarrer Reiner Schübel war seit Januar 2020 Rektor und Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie.

Der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Diakonie, Reiner Schübel, verlässt wegen Differenzen das diakonische Unternehmen. Die Rummelsberger teilten am Samstag mit, dass Schübel seine Tätigkeit Ende des Jahres beenden werde. Bereits am Montag, den 16. August, trete er einen Urlaub an. Er wolle eine "reibungslose und sachgerechte Klärung" der nächsten Schritte zu seiner Nachfolge ermöglichen, stellte Schübel laut Mitteilung fest. Der Theologe und Sozialexperte begründete seinen Schritt damit, "dass in den Leitungsgremien unter anderem erhebliche unterschiedliche Auffassungen" darüber aufgetreten seien, in welcher Art und Weise eine künftige Unternehmensausrichtung sowie Leitungs- und Führungsaufgaben gestaltet und wahrgenommen werden", heißt es in der Mitteilung.

Schübel war seit 2020 Rektor der Rummelsberger Diakonie

Der 56-jährige Theologe und Sozialexperte war seit 1. Januar 2020 Rektor der Rummelsberger Diakonie und damit Nachfolger von Günter Breitenbach, der in den Ruhestand getreten war. Zuvor war Schübel als persönlicher Referent beim Präsidenten des Diakonischen Werks Bayern und Gemeindepfarrer in Oberasbach (Landkreis Fürth) tätig. Über zehn Jahre lang hatte er die operative Leitung des Referats Diakonie und gesellschaftsbezogene Aufgaben im Landeskirchenamt in München inne.

Man habe die Entscheidung von Reiner Schübel "mit großem Respekt entgegengenommen", erklärte der Vorsitzende des Rates der Diakone und Diakoninnen, Diakon Jochen Nitz. Stefan Ark Nitsche, der Vorsitzender des Aufsichtsrates ist, dankte dem scheidenden Rektor "für sein erfolgreiches Engagement, insbesondere während der Corona-Pandemie".

Schübel wollte "nichts radikal anders machen"

In einem Gespräch über seine neue Aufgabe hatte Schübel im Mai 2020 dem Evangelischen Pressedienst (epd) erklärt, er wolle nichts radikal anders machen als sein Vorgänger. Er wolle aber, dass der Bereich Bildung und Entwicklung bei der Rummelsberger Diakonie an Bedeutung gewinne. Besonders wichtig sei ihm, ethische Herausforderungen, die sich aus der Praxis ergeben, in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Das könnten zum Beispiel die Sterbehilfethematik oder die Belange von Menschen mit Behinderung sein, sagte er.

Als neuer Chef sah er Entwicklungspotenzial bei der Personalentwicklung oder dem Personalmanagement der Rummelsberger. Zur Ausbildung der Diakone und Diakoninnen sagte er, die Rummelsberger Diakone und Diakoninnen sollten so qualifiziert sein, dass sie bei den Rummelsbergern "ebenso gut andocken können wie bei der Landeskirche und weiteren diakonischen Trägern".

In Rummelsberg leitete Schübel einen der großen diakonischen Träger in Deutschland. In etwa 200 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge, Senioren und Menschen mit Behinderung in Bayern sind mehr als 5.400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz beträgt den Angaben nach knapp 300 Millionen Euro.

 

 

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