Corona
Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter an. Angesichts einer drohenden Triage äußert sich nun der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford Strohm.
Heinrich Bedford-Strohm

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm warnt angesichts einer drohenden Triage in Kliniken in der Corona-Pandemie vor einer "Einteilung von Menschengruppe, deren Lebensrecht mehr oder weniger wiegt".

Heinrich Bedford-Strohm: Im Fall von Triage-Situationen Betroffenen Beistand und Solidarität zeigen

In einem am Freitag bei Facebook veröffentlichten Video verwies er für den Fall von Triage-Situationen auf die Kriterien des Ethikrates. Solche Kriterien jedoch könnten immer nur Hilfestellung für individuell zu treffende Entscheidungen sein. Wer diese Entscheidungen zu treffen habe, brauche Beistand und Solidarität, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, weiter.

"Ich bete für die Menschen, die vor solch schwierigen Entscheidungen stehen", sagte er und fügte hinzu:

"Lasst uns alle zusammen helfen, dass solche Situationen überhaupt gar nicht eintreten. Durch Einhaltung der Corona-Regeln können wir alle dabei mithelfen."

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag) in der Debatte um eine drohende Triage an deutschen Kliniken, das Bundesverfassungsgericht habe klargestellt, dass jedes Leben gleich schützenswert sei und dass es nicht gegen ein anderes Leben abgewogen werden dürfe.

Wie und mit welchen intensivmedizinischen Maßnahmen Patientinnen und Patienten behandelt werden, sei eine ärztliche Entscheidung im Einzelfall, die allein nach medizinischen Kriterien getroffen werden könne. Die medizinischen Fachgesellschaften und der Deutsche Ethikrat hätten dazu Empfehlungen ausgesprochen.

Triage - Die Priorisierung medizinischer Hilfeleistung

Der Begriff Triage (französisch für Auswahl, Sortieren, Sichten) stammt ursprünglich aus der Kriegsmedizin. Er beschreibt die Priorisierung medizinischer Hilfeleistung, insbesondere bei unerwartet hohem Aufkommen an Patienten und unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten.

Wegen der knapper werdenden Beatmungsplätze für Covid-19-Erkrankte wird befürchtet, dass Mediziner in Deutschland in nächster Zeit verstärkt vor Triage-Situationen gestellt werden könnten. 

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