Evangelische Kirche in Bayern
Die evangelische St. Lukaskirche in München wird liebevoll "Dom der Protestanten" genannt. Die beiden Kuppeln sind weit über der Isar zu sehen. Ein Rundgang.
St. Lukas in München - Video über die Rosetten.

Die St. Lukaskirche ist die größte evangelische Kirche in München und wird auch "Dom der Protestanten" genannt. Sie wurde als dritte evangelische Kirche in München von Albert Schmidt (1841-1913), dem Architekten der Münchner Hauptsynagoge, im romanisch-gotischen Stil des Historismus errichtet.

Am 29. Juni 1893 wurde an Peter und Paul  ihr Grundstein gelegt, am 1. Advent 1896 war die Einweihung. Die Kosten mitsamt großem Pfarrhaus betrugen 1,3 Millionen Mark. Das Kirchenschiff ist 56 Meter lang und 45 Meter breit und bietet insgesamt 3.000 Besuchern Platz. Die Kuppel ist außen bis zur Kreuzspitze 63,7 Meter hoch, innen 41,5 Meter.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Lukaskirche teilweise beschädigt: Das Mauerwerk erhielt Risse, die Kirchenfenster zerbarsten durch die Druckwellen der Bomben, die 1943 auf München fielen. Die Glocken wurden eingeschmolzen.

Innenausstattung der evangelischen St. Lukaskirche in München

Zur rechten und linken Seite des Hauptportals sind Skulpturen mit den Aposteln Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Buch). Das Relief im Tympanon zeigt Christus als König auf dem Löwenthron, umgeben von sechs Engeln.

Die Ausstattung im Innenraum ist weitgehend original erhalten geblieben. Der Altar aus rötlichem Kalkstein, dem von vier Säulen getragenen Marmortisch, den Baldachinen und Rundtürmchen wiederholt das Fassadenmotiv der Kirche. In den Nischen stehen wieder die Apostel Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Schwert) aus Bronze. Den Mittelgiebel flankieren Bronze-Engel mit Schriftrolle und Harfe. Der Altar und das Taufbecken sind aus Untersberger Marmor und wie das Gestühl ebenfalls vom Architekten Albert Schmidt konzipiert.

Unter einem vergoldeten Relief mit dem Lamm Gottes befindet sich das Altarbild. Diese "Pieta"-Darstellung malte Gustav Goldberg (1850 – 1911), ein Schüler von Kaulbach und Piloty, im Jahr 1896. Zwei weitere gestiftete Gemälde des Porträt- und Historienmalers Goldbergs sind verschollen.

Das Altarkreuz aus schwarzem Schiefergestein ziert eine Christusfigur aus Silber. Mit dem leicht geneigten Haupt mit der Königskrone erinnert die Figur an romanische Christusfiguren und idealisiert das Leiden. Im Sockelbereich steht die Inschrift: "Ob er wohl gekreuzigt ist / in der Schwachheit, so lebet er doch/in der Kraft Gottes / 2.Cor. 13,4".

Die Kanzel schmücken fünf Bronzereliefs. Von links zeigen sie: Die Kindersegnung Jesus, Maria und Martha, Jesus Christus mit dem Evangelium und den Buchstaben Alpha und Omega, die Sturmstillung und das Bekenntnis des Petrus. Der hölzerne Schalldeckel über der Kanzel wird von einer Heilig-Geist-Taube bekrönt.

Hoch oben in der Kuppelvierung sind Reliefs der vier Evangelisten mit ihrem Symbolen (Engel, Löwe, Stier und Adler), die auch in den Seiten der Kirchenbänke eingeschnitzt sind. Das Gestühl ist dunkel gebeizt und mit Flachschnitzerei verziert.

Die Original-Glasgemälde von F. X. Zettler und Chr. Burkhardt (im Altarraum die zehn Apostel, in den Fensterrosen der Querarme Geburt und Himmelfahrt Christi, und im Eingangsbereich König David mit musizierendem Engel), gingen in der Bombennacht vom 6. auf den 7. September 1943 zu Bruch.

Die neuen Glasfenster über dem Altar wurden von Hermann Kaspar entworfen und zum 50-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 1946 eingesetzt. Das linke Fenster schildert in acht Feldern den Aufruhr der Menschen gegen Gott, zum Beispiel den Turmbau zu Babel. Das rechte Fenster zeigt entsprechende Antworten Gottes, zum Beispiel die Vertreibung aus dem Paradies. Im mittleren Fenster sind Szenen aus der Heilsgeschichte Jesu zu sehen, darunter zum Beispiel der "Gute Hirte" und die "Auferstehung".

Orgel in St. Lukaskirche München

Die große Orgel in St. Lukas wurde 1932 von der Firma Steinmeyer & Co. (Oettingen) als Opus 1568 für die westliche Seitenempore erbaut. Sie ersetzte ein kleineres Instrument auf der Empore über dem Hauptportal.

64 klingende Stimmen (ca. 4.700 Orgelpfeifen) sind auf vier Manuale und Pedal verteilt, wobei das vierte Manual als Schwellwerk konzipiert ist. Das Werk besitzt Taschenladen mit elektropneumatische Traktur, und ist mit 7 Manual- und 4 Pedalkoppeln, 4 freien Kombinationen und einer Crescendo-Walze ausgestattet. Eine Überholung zusammen mit einigen klanglichen Veränderungen erfolgte 1967 durch die Firma Steinmeyer.  1987 wurde die Orgel gründlich ausgereinigt und überholt.

Im Rahmen der Baumaßnahmen an der westlichen Rosette war die Orgel seit April 2001 über 1 ½ Jahre nicht spielbar. Mit großem Sachverstand und Sorgfalt arbeitete danach die Orgelbaufirma Firma Frenger und Eder aus Bruckmühl am Instrument. Die Orgel wurde gründlich gereinigt, technische Mängel wurden beseitigt und alle Pfeifen nach einer ausgleichenden Intonation sorgfältig gestimmt.

Das Instrument galt zur Zeit der Erbauung als Besonderheit: Im Werkcharakter spürt man den Einfluss der Orgelbewegung, der die Klangvorstellungen des 18. Jahrhunderts wiederentdeckte. Nach dem Vorbild barocker Instrumente besaß die Orgel der St. Lukaskirche als erste Münchner Orgel ein Rückpositiv. Trotzdem schwingen in einigen Registern noch die klanglichen Vorstellungen der Romantik mit. Die Spiel- und Registertechnik wurde nach den damals neuesten technischen Erkenntnissen angefertigt. Der weitgefächerte Prospekt wurde von Professor G. Bestelmeyer (München) entworfen.

Die Orgel ist noch heute die größte Orgel aller evangelischen Kirchen Münchens und zählt zu den wenigen erhaltenen Instrumenten dieser Art.

Lukaskirche mit Skulpturen von Helmut Amann

In den Nischen rechts und links vom Haupteingang sind zwei Steinreliefs  von Helmut Amann (1907-2001). Das rechte Relief stellt die trauernden Frauen am Ostergrab dar, das linke den Engel am Grab. Diese 1970 in Muschelkalk gemeißelten Gestalten sollen auf die Kriegsopfer der beiden Weltkriege hinweisen.

Renovierung der Fensterrose

Am 11. Oktober 1998 löste sich ein Stein aus der südlichen Fensterrose und fiel direkt auf den Spielplatz. Die Fensterrosen sind nicht nur Zierde, sondern haben tragende Funktion. Nur eine grundlegende Sanierung kann die Kirche erhalten. Die Kosten dafür betragen rund 4 Millionen Euro. Seit 2001 sammelt der Verein "Rettet St. Lukas" daher Spenden. Anfang 2004 konnte dank der Spenden mit der Renovierung des Südost-Turms begonnen werden.

Das Bibelwort aus dem Lukasevangelium, das der St. Lukaskirche bei der Einweihung als Losung mitgegeben wurde, ist der Lobpreis der Engel in der heiligen Nacht. Es gilt noch heute.

 "Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen"

Die Kanzel in St. Lukaskirche München.

Evangelische Kirche St. Lukas in München

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