25.04.2020

Gewalt gegen Männer: Zwei Bundesländer starten Hilfsangebot

Die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam ein "Hilfetelefon Gewalt an Männern" ins Leben gerufen. Wo betroffene Männer Hilfe bekommen.
Faust Gewalt Symbol

Die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam ein Hilfetelefon Gewalt an Männern ins Leben gerufen. Unter der kostenlosen Nummer 0800/1239900 könnten sich Männer melden, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt, aber auch von Stalking oder Zwangsheirat betroffen sein, teilte das bayerische Sozialministerium mit. Auf der Internetseite maennerhilfetelefon.de werde digitale Beratung angeboten.

Das Thema gewaltbetroffene Männer finde in der Gesellschaft immer noch wenig Beachtung, stellte die nordrhein-westfälische Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) fest. Mit der länderübergreifenden Zusammenarbeit verstärke man die konsequente Platzierung solch tabuisierter Themen in der Gesellschaft.

Betroffenen Männern helfen

Gemeinsam werde es besser gelingen, Betroffene zu erreichen und ihnen zu helfen. Anderen interessierten Länder werde es möglich sein, der telefonischen Hotline und dem digitalen Beratungsangebot beizutreten, sagte Scharrenbach zusammen mit der bayerischen Sozialministerin Carolina Trautner (CSU).

Die Kriminalstatistik zeige für das Jahr 2018, dass im Bereich der Partnerschaftsgewalt der Anteil der männlichen Opfer leicht auf 18,7 Prozent (2017: 17,9 Prozent) angestiegen sei, teilten die Ministerinnen mit.

In Nordrhein-Westfalen wird das Projekt von dem Verein man-o-man in Bielefeld umgesetzt. In Bayern ist die Arbeiterwohlfahrt Augsburg der Träger.

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