10.08.2020
Kirchensteuer

Müssen junge Menschen bald weniger zahlen? Evangelische Kirche erwägt flexible Kirchensteuer

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, kann sich eine flexiblere Gestaltung der Kirchensteuer besonders für junge Menschen vorstellen.
Finanzen (Symbolbild)

"Wir diskutieren darüber, ob es vernünftig ist, für die Gruppe der Berufseinsteiger mit der Kirchensteuer eventuell noch zu warten oder sie zu reduzieren", sagte der bayerische Landesbischof der "Welt".

Müssen junge Menschen künftig weniger Kirchensteuer zahlen?

"Und wir diskutieren darüber, generell flexibler zu sein, bei der Kirchensteuer Rücksicht auf bestimmte Lebenssituationen zu nehmen, die das Kirchenrecht bisher nicht vorsieht, die menschlich aber nachvollziehbar sind."

Dies werde in der Kirche derzeit lebhaft diskutiert.

Viele junge Menschen seien mit Studium und Ausbildung beschäftigt, verlören womöglich den Kontakt zur Kirche, so Bedford-Strohm: "Und wenn sie dann ihr erstes Gehalt bekommen, fragen sie sich, warum sie Kirchensteuern zahlen sollen und treten aus."

Die Kirche stelle sich daher die "Frage, was wir tun können, um die Gruppe der 25- bis 35-Jährigen in möglichst hoher Zahl in der Kirche zu halten. Die Konfirmation liegt weit zurück", sagte der Ratsvorsitzende.

Evangelische Kirche in Deutschland will sich weiterentwickeln

Unter dem Titel "Kirche auf gutem Grund" hat die EKD Ende Juni elf Leitsätze veröffentlicht. Angesichts schwindender wirtschaftlicher Ressourcen und zunehmender gesellschaftlicher Säkularisierung soll das Papier die Basis der Diskussion und Entscheidungsfindung für die Zukunft der evangelischen Kirche sein.

"Die elf Leitsätze sollen eine Basis für eine Weiterentwicklung der Kirche sein", betonte Bedford-Strohm.

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