1.05.2020
Corona

Löhne in "kritischer Infrastruktur" sind großteils unterdurchschnittlich

Laut dem Landesamt für Statistik in Fürth, werden Arbeitnehmer in systemrelevanten Bereichen überwiegend unterdurchschnittlich bezahlt. Dabei unterscheiden sich die Löhne von Branche zu Branche erheblich.
Senior hält Ball

Arbeitnehmer in systemrelevanten Bereichen werden seit Beginn der Corona-Krise zwar öffentlich beklatscht und bejubelt - aber laut Statistik überwiegend unterdurchschnittlich bezahlt.

"Dabei unterschieden sich die bezahlten Löhne für Vollzeitkräfte zwischen der einzelnen Branchen teilweise erheblich", teilte das Landesamt für Statistik in Fürth mit.

Vollzeitbeschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel bekamen 2019 pro Monat im Schnitt 2.342 Euro brutto, in der Güterbeförderung waren es 2.583 Euro. Der Durchschnittsverdienst lag für Fachkräfte im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich aber bei 3.411 Euro im Monat. Sonderzahlungen wurden nicht berücksichtigt.

Viele an- oder ungelernte Arbeiter im Lebensmittelhandel

Der durchschnittliche Vollzeitverdienst von Fachkräften in Altenheimen lag bei 3.345 Euro - und damit ebenfalls unter dem Durchschnittslohn. Hingegen seien Fachkräfte in Vollzeit in Krankenhäusern mit 3.549 Euro überdurchschnittlich entlohnt worden. In diesem Bereich ergaben sich laut Statistik-Landesamt aber auch eine große Spanne zwischen den einzelnen Berufsgruppen.

Während ungelernte Arbeitnehmer etwa im Reinigungsbereich im Schnitt 2.421 Euro pro Monat erhielten, bekamen Beschäftigte in leitender Stellung wie zum Beispiel Ärzte im Schnitt gut 8.100 Euro. Die Mehrheit im Klinik- und Pflegebereich ist Fachpersonal, im Lebensmitteleinzelhandel ist das Gros an- oder ungelernt.

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