Digitalisierung
Der Philosoph Julian Nida-Rümelin, Google sowie mehrere Software-Firmen haben die diesjährigen Big-Brother-Awards erhalten. Über die Verleihung der Negativ-Preise.

Der Suchmaschinenanbieter Google, der Philosoph und Risikoethiker Julian Nida-Rümelin sowie mehrere Software-Firmen haben die diesjährigen Big-Brother-Awards erhalten.

Die Negativ-Preise für "Datenkraken" wurden von der Initiative Digitalcourage bei einer Gala am Freitag in Bielefeld vergeben. Google wurde unter anderem für eine laut Digitalcourage massive Manipulation des Internetwerbemarktes mit der Anti-Auszeichnung bedacht.

Nida-Rümelin, die Europäische Kommission und die Internetplattform "Doctolib" erhielten einen Preis

Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Nida-Rümelin wurde für seine Äußerung gerügt, dass der Datenschutz die Bekämpfung von Corona erschwere und Tausende von Toten zu verantworten habe.

Die Europäische Kommission erhielt den Big-Brother-Award für das Verfahren "On-Board Fuel Consumption Meter", bei dem nach Einschätzung von Digitalcourage erhebliche Mengen an technischen Informationen eines Autos aufgezeichnet und an den Hersteller übermittelt wird.

Weitere Negativ-Preise gingen an die Internetplattform "Doctolib" zur Vermittlung von Arztterminen sowie an einen vollautomatischen Prüfungsaufsichtsservice der Firma Proctorio.

Eine Jury entscheidet über Vergabe des Negativ-Preises

Der deutsche Big-Brother-Award wird seit dem Jahr 2000 jährlich von Digitalcourage gemeinsam mit weiteren Bürgerinitiativen ausgeschrieben.

Eine Jury aus Menschenrechtlern, Computerexperten sowie Daten- und Verbraucherschützern wählt die jeweiligen Preisträger aus. Bei der Verleihung im vergangenen Jahr erhielt unter anderem die Bundesregierung die Negativauszeichnung für die Duldung von US-Drohneneinsätzen über die Steuerungsstation der US-amerikanischen Militärbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz.
 

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