Wer schon einmal mit dem Kinderwagen durch eine fremde Stadt gelaufen ist, kennt das Problem: Die vermeintlich schnellste Route endet plötzlich vor einer langen Treppe, einem engen Durchgang oder einem Überweg ohne funktionierenden Aufzug. Was für die meisten nur kurz nervig ist, kann für Eltern, ältere Menschen oder Menschen mit Einschränkungen schnell zu einem echten Hindernis werden.
Barrierefreie Wege helfen mehr Menschen als gedacht
Denn Barrierefreiheit hilft nicht nur Rollstuhlfahrer:innen. Auch Menschen mit Rollator, Reisende mit schwerem Gepäck, Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit Bollerwagen profitieren davon, wenn Wege ohne Stufen, mit Rampen oder Aufzügen geplant sind.
Trotzdem ist Deutschland noch weit von echter Barrierefreiheit entfernt. Die Bundesregierung schreibt selbst, dass Menschen mit Behinderungen im Alltag weiterhin auf zahlreiche Hürden stoßen, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Zugang zu Gebäuden.
Auch Bahnhöfe sind oft noch problematisch: In Bayern ist laut Verkehrsministerium erst etwas mehr als die Hälfte aller Bahnhaltepunkte barrierefrei ausgebaut. Dabei gibt es zumindest für die Navigation einen kleinen, aber oft sehr hilfreichen Trick in Google Maps.
Google Maps rollstuhlgerecht einstellen: So funktioniert der Trick
Die Funktion ist eigentlich für Rollstuhlfahrer:innen gedacht, kann aber genauso praktisch für Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollator sein.
So geht's:
- Ziel in Google Maps eingeben.
- "Zu Fuß" als Route auswählen.
- Tippe auf die Filter bzw. Optionen.
- Die Einstellung "Rollstuhlgerecht" aktivieren.
Weniger Treppen, mehr Alltagstauglichkeit durch smarte Navigation
Google Maps versucht dann, Wege mit Treppen zu vermeiden und stattdessen Routen mit Aufzügen, Rampen oder flacheren Wegen zu bevorzugen.
Gerade in Bahnhöfen, Unterführungen oder Innenstädten kann das sehr hilfreich sein. Anstatt plötzlich einen Kinderwagen mehrere Treppen hochtragen zu müssen, wird oft direkt ein besser zugänglicher Weg vorgeschlagen.
Die Funktion ist natürlich nicht perfekt, da nicht jede Stadt und nicht jeder Aufzug vollständig erfasst ist. Trotzdem kann sie im Alltag viel Stress sparen. Für Fahrräder ist die normale Fahrradnavigation übrigens weiterhin sinnvoller. Dabei werden Treppen in der Regel vermieden und Radwege besser berücksichtigt.