5.04.2019
Senioren

Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen zeigt neues Zentrum

"Wo geht’s zur Diakonie?" Bis vor wenigen Monaten gab es auf diese Frage mindestens vier Antworten in Weißenburg. Denn an so vielen Standorten waren bis vor Kurzem noch Geschäftsstelle, Pflegestationen und weitere Einrichtungen in der Stadt verteilt. Seit im November 2018 die Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen sowie die Senioren der Tagespflege und die Besitzer der Wohnungen eingezogen sind, gibt es eine einzige Antwort.
Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen zeigt ihr neues Zentrum
Im neuen Quartier der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen spielen Pfleger und Senioren auch miteinander. Tag der offenen Tür ist am 6. April.

Noch stehen einige Container mit Schutt herum und manche Grünfläche muss auch noch entstehen – doch drinnen ist das Leben im rund 10.000 Quadratmeter großen "Diakonie-Quartier" schon in vollem Gange. "Es ist ein Zweckbau, aber einer, in dem sich Mitarbeiter und die Senioren wohlfühlen sollen", sagt Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer. Rund zwölf Jahre lang hatte er nach einem geeigneten Ort gesucht. Nicht nur, um die Angebote sinnvoll für die Klienten zu bündeln, sondern auch, um den Mitarbeitern attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten. Und wenn das nur bedeutet, dass die ambulanten Pflegedienstmitarbeiter ihre Autos morgens aus einem zentral gelegenen, überdachten Carport mit Beleuchtung besteigen. Der Bau habe eine "mittlere einstellige Millionensumme" gekostet, die Abschlussrechnung sei noch nicht erstellt. Die Deutschen Fernsehlotterie unterstützt mit insgesamt 600.000 Euro Spenden den inklusiven Ausbau der beiden Gebäude.

Im Beratungszentrum liegen die Büros der Verwaltung des 2001 aus den Diakonischen Werken von Weißenburg, Gunzenhausen, Pappenheim und Heidenheim entstandenen "Mega-Werks", das unter anderem rund 400 Patienten zu Hause versorgt. In den Beratungsstellen für Schuldner, Jugendhilfe oder Sucht gehen die Klienten ein und aus. Bei unklaren Problemlagen hilft die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit als "Clearing-Stelle". "Wenn Probleme aufeinander aufbauen, kann man jetzt einfach eine Tür weiter gehen", meint Ruffertshöfer.

Keine goldenen Wasserhähne

Was die Angebote angeht, kam nichts Neues dazu, sondern es wurde nur zentralisiert. Und was dem Geschäftsführer auch im Hinblick auf die rund 100 Mitgliedsvereine wichtig ist: "Wir haben hier keine goldenen Wasserhähne."

Wenn demnächst die Bushaltestelle direkt vor der Eingangstüre auch noch fertig ist, kann jeder zentral das Beratungszentrum und die Tagespflege erreichen. Oder die 75 Wohneinheiten besuchen, die der Nürnberger Projektentwickler KIB auf dem Gelände gebaut hat. Hier hatte die Diakonie nach dem Erwerb des Geländes die alten Hallen abtragen lassen und ein Teilstück an die KIB weiterverkauft. Die Wohnungen sind bereits alle verkauft. Die Diakonie in nächster Nachbarschaft fungiert als Servicedienstleister mit Angeboten wie einem 24-Stunden-Notruf, Reinigungsdienst oder Beratung. Viele Dienstleistungen sind im Paket mit dabei, manches kann man gegen Aufpreis dazubuchen.

Wie ein Nest für Senioren

Auf jeden Fall hat jeder, der das "Service-Wohnen am Ellinger Tor" bereits in Anspruch nimmt, einen Vorteil, wenn er sich für einen der 19 Plätze interessiert, die sich im Neubau der Diakonie-Sozialstation und Tagespflege befinden. In hellen, barrierefreien Räumen spielen die Pfleger mit den Senioren Bingo oder werfen ihnen zum Mobilisieren Bälle zu. Ein Nostalgie-Radio in der Ecke erinnert an die Jugend, während die Einrichtung modern gestaltet ist. Außerdem gibt es Gruppen- und Schulungsräume für die Mitarbeiter, die Senioren können es sich auf Massage-Sesseln gemütlich machen. Der Tagespflege hat man jetzt schon den Spitznamen "Seniorennest" gegeben. 

Bei all der Zweckmäßigkeit des Neubaus sieht Ruffertshöfer aber noch eine weitere Notwendigkeit. "Es ist wichtig, dass sich Kirche vor Ort zeigt, und das möglichst konzentriert", sagt er. Schließlich sei Diakonie für die Menschen da.

INFO

Am 6. April findet um 10 Uhr die Einsegnung durch die evangelische Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern statt.

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