Afghanistan
Aus humanitärer Verantwortung wollen Städte in Bayern Ortskräfte und ihre Familien aus Afghanistan aufnehmen. Das gaben beispielsweise Nürnberg und Erlangen bekannt.
Ein Kind wird an die Hand genommen (Symbolbild)

Die Städte Nürnberg und Erlangen wollen afghanischen Ortskräften helfen. Angesichts der dramatischen Entwicklung in Afghanistan sei man bereit, kurzfristig afghanische Ortskräfte aufnehmen, teilten beide Städte am Dienstag mit.

Nürnberg und Erlangen gehören zum Bündnis der Städte, die sich zu Sicheren Häfen erklärt hätten und sich in der Flüchtlingsarbeit engagierten, hieß es.

Nürnberg und Erlangen wollen Ortskräften Hilfe bieten

"Als Stadt des Friedens und der Menschenrechte sehen wir es als unsere Verpflichtung an, diesen Menschen in dieser Notsituation zu helfen", sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

Man wolle Verantwortung übernehmen für diejenigen, "die für die Bundeswehr und die Hilfsorganisationen gearbeitet haben und nach dem Abzug der Bundeswehr nun in akuter Gefahr leben", so Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) laut Mitteilung.

Janik bot an, kurzfristig zehn Familien aufnehmen. Dies habe man der bayerischen Regierung und der Bundesregierung signalisiert. Er hoffe, dass sich noch viele andere Städte im Bündnis Sichere Häfen und darüber hinaus engagieren, so der Oberbürgermeister.

Landtagsabgeordnete Gülseren Demirel: Bayern muss seiner Verantwortung gerecht werden

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Gülseren Demirel forderte am Dienstag ein bayerisches Aufnahmeprogramm für Ortskräfte und ihre Angehörige aus Afghanistan. Bayern müsse seiner humanitären Verantwortung gerecht werden, sagte die asylpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

Sowohl Baden-Württemberg als auch Thüringen hätten bereits erklärt, Menschen aus Afghanistan aufnehmen zu wollen. "Ob für syrische und irakische Flüchtlinge oder für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus den griechischen Lagern - wir dürfen bei so viel Leid und erschütternden Bildern nicht wegschauen und müssen jetzt handeln", sagte Demirel. 

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