22.11.2018
Das Goldene Landl

Streifzug durch die Geschichte von Garmisch-Partenkirchen

Woher kommen die Bayern? Was trieben die Römer? Wann begann der Tourismus? Ein Schnelldurchlauf durch Garmischs Geschichte.
Garmisch-Partenkirche mit Zugspitze und Kirche
Garmisch-Partenkirche mit Zugspitze und der Kirche Maria Himmelfahrt.

Das Werdenfelser Land mit der Zugspitze rund um Garmisch-Partenkirchen gehört zu den landschaftlich schönsten Gegenden Deutschlands. Es reicht von Farchant im Norden bis weit in das Wettersteingebirge im Süden. Die mittelalterliche Burg Werdenfels nördlich von Garmisch gibt der Region ihren Namen. Sie diente zur Sicherung der Handelsstraße nach Italien, die durch das Loisachtal führte.

Vielleicht ist es die Kombination aus alpinen Gipfeln und der lieblichen Landschaft, die das Werdenfelser Land so attraktiv machen. Das Alpenvorland wurde durch die letzte Eiszeit geprägt. Seen wie der Eibsee sind entstanden, als sich Grundwasser in den durch die Gletscher geschaffenen Vertiefungen sammelte. Wo die Seen verlandeten, bildeten sich Moore mit Birkenwäldern.

Kelten, Römer, Bajuwaren: Völker-Mix in Garmisch

Ab etwa 500 v. Chr. wurde das Gebiet von Kelten besiedelt, die sich mit der einheimischen Bevölkerung vermischten. Um Christi Geburt besiegten die Römer die Kelten, teilten das Gebiet der Provinz Raetia zu und bauten im 2. Jahrhundert eine schon bestehende Handelsstraße nach Venedig aus. Die Via Raetia führte von Augsburg über Partenkirchen und Mittenwald zum Brenner und weiter nach Bozen, wo sie in die Via Claudia Augusta einmündete. In dieser Zeit entstand auch die römische Reisestation Partanum, Namensgeberin von Partenkirchen.

Im 7. Jahrhundert n. Chr. siedelten schließlich die ersten Bajuwaren im Tal, ein Mischvolk, das südlich der Donau lebte. Garmisch, damals Germareskauue, wurde 802 erstmals erwähnt. Hier entstand die Urkirche, von der aus der gesamte Raum christianisiert und bajuwarisiert wurde.

Freisinger Bischof gründet Grafschaft Werdenfels

Im 13. Jahrhundert erwarb der Freisinger Bischof Emicho beide Gemeinden für das Hochstift Freising und gründete die Grafschaft Werdenfels. Die alte Handelsstraße ließ die Region aufblühen, dazu kamen Einnahmen durch die Flößerei auf der Loisach mit dem Transport von Gips, Holz und Tüchern. Man sprach in dieser wirtschaftlichen Blütezeit gerne vom "Goldenen Landl".

Es gab auch Zeiten des Elends und der Armut, vor allem im Dreißigjährigen Krieg mit der Pest, im Spanischen und im Österreichischen Erbfolgekrieg und den Napoleonischen Kriegen. Bis zur Säkularisation 1802 blieb die Grafschaft in kirchlichem Besitz, 1803 kam das verarmte Werdenfelser Land dann zum Kurfürstentum Bayern.

Mit der 1889 errichteten Bahnverbindung mit München setzte der Fremdenverkehr ein, Hotels und Kuranlagen wurden gebaut. Im Jahr 1891 bekam Partenkirchen seine Johanneskirche – Ausgangsort des evangelischen Lebens in der Region. Die nach Garmisch-Partenkirchen vergebenen IV. Olympischen Winterspiele 1936 waren schließlich der Anlass zum Zusammenschluss der beiden Orte zu einer Marktgemeinde am 1. Januar 1935.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

"Kirche in Bayern"

Die Region Garmisch-Partenkirchen zieht im Sommer wie im Winter Urlauber an. Skifahrer und Wanderer erobern sich hier die Alpen. Der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze, bietet eine herrliche Aussicht. In dieser wunderbaren Umgebung trifft sich die bayerische evangelische Landessynode vom 25. bis 29.11. zu ihrer Herbsttagung.

Sechs Kirchen und ein Sultan

Pfarrerin Uli Wilhelm vor der Johanneskirche.
Garmisch-Partenkirchen ist ein Ort der Superlative: der höchste Berg, die steilste Abfahrt, die meisten Touristen, der dickste Stau. Doch weil das Tagungsprogramm für einen Fahrt auf die Zugspitze keine Zeit lässt, auf der Kandahar kaum Schnee liegt und die meisten Synodalen mit der Bahn anreisen, bleibt der Blick frei für das ganz normale Leben – und das ist auch in GAPA schon spannend genug.
Sonntagsblatt