Geboren wurde Emilie Barbara Dorothea Hitz am 30. März 1853 als zweites Kind von Anna Elisabeth Hitz geborene Meyer und Johannes Hitz in Altdorf bei Nürnberg. Dort war ihr Vater als Zeichenlehrer angestellt.

Als Dora Hitz acht Jahre alt war, zog die Familie 1861 zurück in ihren Heimatort Ansbach. Dies waren Vater Johannes, Mutter "Eliesa", Bruder Franz und "das Töchterlein Doris", wie die Achtjährige noch hieß. In der mittelfränkischen Regierungshauptstadt hatte der Vater Johannes Hitz eine Anstellung als Zeichenlehrer an der dortigen Landwirtschafts- und Gewerbeschule erhalten. Ihm fiel auch das Talent seiner Tochter auf, den ersten Unterricht in Naturbeobachtung, Perspektive und Schattenlehre erhielt sie im Elternhaus.

Dora Hitz: Ihr Weg in die Malerei

Im Jahr 1869 ging die 16-jährige Dora Hitz allein und eigenverantwortlich zum Studium nach München. Frauen war die akademische Ausbildung als Malerin zu dieser Zeit verwehrt. Daher studierte Dora Hitz an einer privaten Schule, der "Kunstschule für Mädchen in München". Die Leitung hatte der Architekt Emil von Lange, unter den zehn Professoren befand sich Heinrich Stelzner, der Figuren- und Blumenzeichnen unterrichtete.

Entscheidend wurde die Bekanntschaft mit Elisabeth zu Wied, die in das rumänische Königshaus eingeheiratet hatte. Als rumänische Hofmalerin schuf Doro Hitz Wandfresken, Ölgemälde bis hin zum Buchschmuck. Ab 1882 lebte Hitz als freischaffende Künstlerin in Paris. Hier wandte sie sich der neuen Richtung des Impressionismus zu. Über Dresden gelangte die Malerin nach Berlin, wo sie ab 1889 ein Atelier unterhielt. Regelmäßig stellten dort Galeristen ihre Werke aus.

Als erste Frau wurde Hitz in die "société nationale des beaux-arts" aufgenommen. 1894 gründete sie eine Damenmalschule. Sie war Mitglied des "Vereins der Berliner Künstlerinnen" und des "Deutschen Künstlerbundes" sowie zusammen mit Käthe Kollwitz und Sabine Lepsius Gründungsmitglied der "Berliner Secession". Diese sollte sich unter ihrem Präsidenten Max Liebermann zu einer Institution für moderne Kunst in Deutschland entwickeln. Häufig war sie Gast in den Berliner Salons und auf Soireen, wo man Gleichgesinnte aus Kunst und Literatur traf; außerdem Mäzene aus großbürgerlich-intellektuellen Kreisen.

Käthe Kollwitz über Dora Hitz: "Das Beste, was Du gemacht hast, wird bleiben"

In den 1920er-Jahren verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand. Verarmt und sozial isoliert starb Dora Hitz am 20. November 1924 in Berlin und wurde in Ansbach begraben.

Das Leben von Dora Hitz vollzog sich zwischen Provinz und Metropole. In Altdorf und Ansbach aufgewachsen, wurde sie zu einem führenden Mitglied der europäischen Avantgarde an der Wende zum 20. Jahrhundert. Ihren Nachruf verfasste ihre Freundin Käthe Kollwitz, die über sie sagte: "Das Beste, was Du gemacht hast, wird bleiben".

1925 veranstaltete die Berliner Galerie Gurlitt eine Gedächtnisausstellung. Das Werkverzeichnis von 2019 von Natalie Gutgesell listet mehr als 250 Werke auf, darunter Ölbilder, Gouachen und Aquarelle. Neben Porträts wie dem des Politikers und deutschen Außenministers der Weimarer Republik, Walter Rathenau, standen Figurenbilder, bevorzugt von Frauen, Mädchen und Müttern im Zentrum ihres Schaffens. Künstlerisch bestach sie durch Technik, Farbbrillanz und eine individuelle Umsetzung des Themas, persönlich durch Selbstbewusstsein und Bildung. Im Jahr 1893 hatte der "Berliner Kunstfrühling" geurteilt: dass es "wohl (viele) männliche Künstler gebe, die so malen möchten, wie die Dora Hitz es thut". Nach Altdorf, gibt es seit 2021 auch in Ansbach eine "Dora-Hitz-Straße".

Weitere Informationen über Dora Hitz

Sie möchten mehr über Dora Hitz erfahren?

Ausstellung: "Mit dem Alten um das Neue kämpfen" – Ausstellung vom 14. September 2024 bis 20. Januar 2025 in der Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin.

Literatur: Natalie Gutgesell: Dora Hitz. Fränkische Künstlerin, rumänische Hofmalerin, europäische Avantgardistin, Halle (Saale) 2019; Brigitte Kleinlauth: Dora Hitz (1856-1924), in: Fränkische Lebensbilder 22, Würzburg 2009, S. 299-316; Margrit Bröhan: Dora Hitz (1856–1924), in: Britta Jürgs (Hg.): Da ist nichts mehr, wie es die Natur gewollt. Porträts von Künstlerinnen und Schriftstellerinnen um 1900, Berlin 2001.

Video: Interview zum 100. Todesjahr von Dora Hitz auf dem YouTube-Kanal des Bröhan-Museums in Berlin

"Rebellinnen": Die Ausstellung über starke Frauen

Dieser Text ist Teil der Wanderausstellung "Rebellinnen". Sie stellt Frauen aus dem deutschsprachigen Raum vor, die für ihre Überzeugungen und Rechte kämpften, die Gesellschaft prägten, sie verändern wollten.

Als Medienpartner von "Rebellinnen" veröffentlicht sonntagsblatt.de Porträts und weiterführende Informationen zu allen Frauen, die in der Ausstellung gezeigt werden.

Sie haben Interesse daran, die Ausstellung zu besuchen oder auszuleihen? Auf ausstellung-leihen.de finden Sie künftige Termine sowie die Online-Buchung.

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