15.09.2020
Sekten & Verschwörungstheorien

Sekte "QAnon": Evangelischer Sektenbeauftragter Pöhlmann warnt vor "enormem Wut- und Hasspotenzial"

Der bayerische evangelische Sektenbeauftragte Matthias Pöhlmann sieht die Bewegung "QAnon" in Deutschland auf dem Vormarsch.
Qanon
Die Bewegung "QAnon" verwendet häufig ein "Q" mit amerikanischer Flagge als Erkennungszeichen.

"'QAnon' wächst in Deutschland rasant", erklärte der bayerische evangelische Sektenbeauftragte Matthias Pöhlmann in einem Interview von "Christ & Welt". Dies lasse sich seit März beobachten und hänge mit den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zusammen.

Warnung vor Sekten-Bewegung "QAnon"

"'QAnon' kann hierzulande an bereits bestehende Verschwörungserzählungen andocken, an ein diffuses Gefühl des Kontrollverlusts, des Misstrauens gegenüber Politik, Wissenschaft und Medien", sagte der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen der bayerischen evangelischen Landeskirche in München.

Das Gefährliche in Deutschland sei der Schulterschluss der "QAnon"-Anhänger mit Rechtsextremen, Reichsbürgern und rechten Esoterikern, sagte Pöhlmann laut Vorabmeldung. Teilweise handle es sich um ein und dieselben Personen.

"QAnon" als Verschwörungserzählung

"QAnon" sei eine Verschwörungserzählung, die sich im Internet verbreitet, wie es hieß. Anhänger der Bewegung glaubten unter anderem daran, dass eine satanische Elite die Weltherrschaft erlangen wolle und dabei Kinder misshandle.

Auch auf deutschen Corona-Demonstrationen sind vermehrt "QAnon"-Anhänger zu sehen.

Pöhlmann befürchtet eine Radikalisierung der Bewegung: "In der Szene gibt es ein enormes Wut- und Hasspotenzial", sagte er. "Manche Anhänger betrachten Gewalt und letztlich auch Tötungen als legitime Mittel."

Zudem gebe es bei "QAnon" "ganz klare antisemitische Überzeugungen", etwa die Vorstellung, dass Kinder entführt würden, um ihnen einen Verjüngungsstoff zu entnehmen.

So etwas sei aus der mittelalterlichen Ritualpropaganda bekannt, die sich stark gegen Juden gerichtet habe.

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