4.02.2021
Bayern

"Fastnacht in Franken" größtenteils schon im Kasten -Erstmals nicht live und ohne Publikum

Am Freitag flimmert die TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" erstmals größtenteils als Aufzeichnung und nicht live aus Veitshöchheim über die Bildschirme. Künstler und Fernsehmacher mussten für eine gelingende Show besonders kreativ sein, hieß es.
Sebastian Reich
Bauchredner Sebastian Reich mit "Amanda" bei "Fastnacht in Franken" 2018 im Bayerischer Rundfunk.

"Fastnacht in Franken" zum ersten Mal als Aufzeichnung

Die Dreharbeiten für die TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" des Bayerischen Rundfunks (BR) und des Fastnacht-Verbandes Franken sind seit vergangenem Samstag abgeschlossen.

Am Freitag, dem 5. Februar geht die Sendung zum ersten Mal in ihrer Geschichte größtenteils nicht live, sondern als Aufzeichnung auf Sendung, teilte der BR am Dienstag mit. Der Chef des BR-Studios Franken, Tassilo Forchheimer, sagte: "Die 'Fastnacht in Franken' 2021 ist keine Notlösung geworden, sondern eine kreative Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie."

Schon seit Monaten steht fest, dass die beliebte Sendung in diesem Jahr ganz anders aussehen wird als sonst: Keine Promis und Politiker in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen - und auch kein Publikum. Die Sendung startet heuer auch erst um 20.15 Uhr statt um 19 Uhr und dauert knapp drei Stunden. Sie wird also nicht wesentlich kürzer sein als sonst. Inhaltlich startet sie aber anders als gewohnt - mit einem halbstündigen Kammerspiel der Akteure. Die Künstler mit ihren Nummern sind im Anschluss zu sehen. Ihre Auftritte wurden getrennt aufgezeichnet.

Herausforderungen bei der Aufzeichnung

Bernhard Schlereth, Ehrenpräsident des Fastnacht-Verbandes und künstlerischer Leiter der Prunksitzung, beschrieb die großen Herausforderungen für die Aufzeichnung. Man habe nicht auf einen Elferrat als Sitzungsgremium verzichten wollen, nicht auf eine Sitzungs-Kapelle, und schon gar nicht auf den Garde-Tanz. Weil dies aber wegen der Corona-Hygieneauflagen nicht einfach wie in den Vorjahren umsetzbar war, seien kreative Lösungen gefragt gewesen. Wie genau die "Probleme" gelöst wurden, dazu hüllten sich die Beteiligten am Dienstag noch in Schweigen.

Klar ist, dass durch das bei den Aufzeichnungen fehlende Publikum im Saal eine wichtige Facette gefehlt hat - viele der Künstler interagieren normalerweise mit Promis und Publikum. Diese fehlende Live-Situation versuche man nun mit Mitteln auszugleichen, die man in einer Live-Sendung nicht habe, sagte BR-Redakteur Rüdiger Baumann. So gebe es verschiedene Einspielfilme und vorab aufgezeichnete Politikerstimmen. Bis zur Ausstrahlung wird zudem ein kleines Fenster offengehalten, um noch auf aktuelle Geschehnisse reagieren zu können.

Die Einschaltquoten über die Jahre

Studio-Franken-Chef Forchheimer sagte, man erwarte auch in diesem Jahr gute Quoten für das Fernseh-Flagschiff des BR. Die "Fastnacht in Franken" ist schließlich seit Jahren die erfolgreichste Sendung des BR - und aller dritten TV-Programme. Man lege es heuer aber "nicht auf die Mega-Quoten" an, sagte Forchheimer. Denn zum einen sei durch die Pandemie die Zahl der Zuschauer insgesamt recht hoch und der Marktanteil wäre selbst bei absolut gleichbleibender Zuschauerzahl niedriger. Zum anderen sei das Fernsehverhalten in der Pandemie weniger planbar.

Die TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" flimmerte im BR erstmals 1987 über die Bildschirme - einmalig aus Lichtenfels in Oberfranken, seither wird sie aus Veitshöchheim übertragen. 1991 fiel die Sendung wegen des Zweiten Golfkriegs aus. 2020 sahen 3,8 Millionen Zuschauer bundesweit zu. Der Marktanteil in Bayern lag bei 49,7 Prozent, bundesweit waren es 14,0 Prozent.

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