29.12.2018
Das Beste aus der Bibel

Über die Kälte in der Bibel

Die Kälte legt Europa lahm. Obwohl es in den Ländern der Bibel ziemlich heiß ist: Die damaligen Menschen mussten hin und wieder auch mit niedrigen Temperaturen klarkommen.
Von innen beleuchtete Kapelle in einer Schneelandschaft

Kälte kommt von Gott - 1. Mose 8, 22; Hiob 37, 9; Weisheit 16, 29; Stücke zum Buch Daniel 3, 44

Bei zweistelligen Minustemperaturen liegt die Frage nahe: Wer ist eigentlich für die Kälte verantwortlich, und weshalb gibt es sie? Meteorologen argumentieren nüchtern mit Wetterkapriolen und Luftströmen. Gläubige wissen: Letztlich kommt die Kälte von Gott, "aus seinen Kammern", wo immer die liegen. Wie die Hitze wird auch der Frost bleiben, wie der Sommer auch der Winter, verspricht Gott Noah stellvertretend für die gesamte Menschheit. Das Bibbern wird also ein Ende haben - aber es wird wiederkommen, auch im übertragenen Sinn: "Die Hoffnung des Undankbaren wird wie Reif und Frost vergehen." Die Kälte soll ihren Schöpfer übrigens ehren: "Frost und Kälte, lobt den Herrn, preist und rühmt ihn ewiglich!" (1. Mose 8, 22, Hiob 37, 9, Weisheit 16, 29, Stücke zum Buch Daniel 3, 44)

Zitat: "Aus seinen Kammern kommt der Sturm und von Norden her die Kälte."

Schnee - 1. Makkabäer 13, 22; 1. Samuel 23, 20; Jesaja 55, 10f

Auch Schnee fiel - und fällt - in den eigentlich warmen biblischen Ländern. Im Winter des Jahres 143 v. Chr. schneite es sogar so stark, dass eine Armee der feindlichen Seleukiden im Schnee stecken blieb. Dessen Heerführer Tryphon hatte eigentlich vor, "das Land zu verheeren." Angesichts der unüberwindlichen Schneemassen musste er jedoch seinen Plan aufgeben und zurückkehren. Der Held Benaja tötete einen Löwen, der vor dem Schneegestöber in einem Brunnen Zuflucht gesucht hatte. (1. Makkabäer 13, 22, 1. Samuel 23, 20, Jesaja 55, 10f)

Zitat: "Gleichwie der Schnee vom Himmel fällt … so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein."

Lieber kalt als lau - 1. Mose 45, 26; Offenbarung 3, 15f

Auch als Sinnbild muss die Kälte herhalten. Mehrmals wird sie zum Synonym für Gefühllosigkeit und Glaubensferne. Noch schlimmer als dieses Unterkühltsein jedoch sei die Lauheit, droht einer der apokalyptischen Engel: "Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde." Missionare aller Zeiten haben diese Aussage als Aufforderung zur Entscheidung gedeutet und zur Schelte gegen "lauwarme" Christen verwendet, die sich nicht ganz für Jesus entschieden hätten. In der Josefgeschichte findet sich der Ausdruck des "kalten Herzens", ebenfalls ein Sinnbild für Gefühllosigkeit. (1. Mose 45, 26, Offenbarung 3, 15f)

Zitat: "Sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht."

Wärmende Gastfreundschaft - Hiob 24, 7; Prediger 4, 11; Jakobus 2, 16; Apostelgeschichte 28, 2

Was tun, wenn es friert? Zum Beispiel sich gegenseitig wärmen. Gottlose liegen "in der Nacht nackt ohne Gewand und haben keine Decke im Frost", erklärt Hiob seinen Freunden. Besonders sie sollten den Rat des Predigers Salomo beherzen: "Wenn zwei beieinanderliegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden?" Der Jakobusbrief empfiehlt den Christen in kalten Tagen Ähnliches: "Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!" Der Apostel Paulus machte nach einem Schiffbruch die schöne Erfahrung, dass sich die Einwohner der Insel um die Gestrandeten kümmerten und sie mit einem Lagerfeuer wärmten. (Hiob 24, 7, Prediger 4, 11, Jakobus 2, 16, Apostelgeschichte 28, 2)

Zitat: "Die Leute aber erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns gekommen war, und wegen der Kälte."

Wolle gegen Kälte - Sprüche 31, 21

Eine ideale Hausfrau beschreibt König Salomo im Buch der Sprüche: Fromm und fleißig, liebevoll und belastbar, handwerklich wie kaufmännisch begabt, weise und fröhlich soll sie sein. Wichtig ist Salomo auch, dass diese "tüchtige Hausfrau" immer genug warme Kleidung zu Hause hat, damit sich kein Familienmitglied vor der Kälte fürchten muss. (Sprüche 31, 21)

Zitat: "Eine tüchtige Hausfrau fürchtet für die Ihren nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider."

Bibbern und frieren - 1. Mose 31, 40; Johannes 18, 18; 2. Korinther 11, 27

Kälte machte den biblischen Menschen sehr zu schaffen, weil die Temperaturen zwischen Tag und Nacht so extrem schwankten. Der Stammvater Jakob beschreibt das eindrücklich: "Des Tages kam ich um vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kein Schlaf kam in meine Augen." Auch zu Jesu Zeiten froren die Menschen: "Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, denn es war kalt, und sie wärmten sich." Paulus bekannte, er sei vielen Gefahren ausgesetzt gewesen, auch "Frost und Blöße". (1. Mose 31, 40, Johannes 18, 18, 2. Korinther 11, 27)

Zitat: "Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich."

Am Ende Kälte? - Sacharja 14, 6; Jesaja 47, 10

In der Hölle soll es heiß sein. Über den Temperaturzustand des Himmels ist nichts bekannt, vorstellbar ist eine wohlige Wärme. Der Prophet Sacharja verrät immerhin so viel, dass am "Tag des Herrn" - einer Art Jüngstem Gericht - "weder Kälte noch Frost noch Eis sein" werde. Jesaja malt ein düsteres Bild der Bestrafung. Die Gottlosen werden unter Kälte leiden, "denn es wird nicht eine Glut sein, an der man sich wärmen, oder ein Feuer, um das man sitzen könnte." (Sacharja 14, 6, Jesaja 47, 10)

Zitat: "Zu der Zeit wird weder Kälte noch Frost noch Eis sein."

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