Als kleiner Junge wollte ich gerne Fußball spielen. Doch über das Kicken auf dem Pausenhof oder mit den Nachbarskindern auf der Straße ging es nie hinaus. Mein nächster Anlauf, Fußball zu spielen, war während meines Studiums in der Schweiz. Dort spielte ich mit anderen Studierenden und später auch in einer gemischten Freizeitgruppe.
Als ich dann nach Rosenheim kam, wollte ich mir endlich meinen lang gehegten Wunsch erfüllen: einmal im Verein Fußball zu spielen. Ich fand einen Verein mit einer sehr guten Gemeinschaft: den SV Pang. Donnerstags war immer Spielersitzung, und danach saß man häufig noch zusammen und trank ein Bier.
Die Mannschaft und die Trainer waren dabei sehr geduldig mit mir. Ich, der noch nie im Verein Fußball gespielt hatte, kannte viele der Übungen im Training nicht, und das ein oder andere Mal lief ich bei einer Übung zunächst in die falsche Richtung. Meine Mitspieler erklärten mir jedoch mit unbeschreiblicher Geduld immer wieder aufs Neue, wie die Übungen funktionierten. Schritt für Schritt wurde ich besser, und auch meine Fitness verbesserte sich von Training zu Training deutlich.
Bayerische Kultur und Mundart
Als Zugereister lernte ich zudem viel über die bayerische Kultur und Mundart. Konnte ich anfangs den Zuruf "Jonny, viere!" (Johannes, lauf nach vorne – vermutlich ist das Bayerische von mir nicht ganz korrekt verschriftlicht) noch nicht verstehen, so konnte ich nach ein paar Wochen den Gesprächen in der Umkleide folgen. So lernte ich auch die Menschen im Gebiet meiner Vikariatsgemeinde besser kennen.
Außerdem durfte ich an einer wunderschönen Weihnachtsfeier des Fußballvereins teilnehmen und war zweimal auf dem Volksfest in Pang. Für einen Einsatz in einem Pflichtspiel hat es zwar nie gereicht, doch ich verfolgte einige Spiele des SV Pang engagiert vom Spielfeldrand aus.
Aber auch alle schönen Dinge haben einmal ein Ende. Bei mir war es nicht ein Kreuzbandriss, der einer Fußballkarriere im Weg stand, sondern schlicht meine fehlende fußballerische Erfahrung aus all den Jahren ohne Vereinsfußball. So fand meine aktive Fußballkarriere beim SV Pang nach einem Dreivierteljahr mit vielen schönen Momenten schließlich ihr Ende.
Doch ich blicke sehr dankbar auf diese Zeit zurück: dankbar für die Erfahrung, endlich einmal im Verein Fußball gespielt zu haben, und dafür, die Menschen im Gebiet meiner Kirchengemeinde besser kennengelernt zu haben. Ich bin dankbar, es einfach versucht zu haben – und bin gespannt, was ich als Nächstes ausprobiere.