16.04.2020
Alternative Gottesdienstformen

"Drive-In-Gottesdienst": Über 400 Menschen feierten an Ostern ungewöhnliche Messe

In Hildesheim haben rund 400 Menschen einen ungewöhnlichen Gottesdienst gefeiert. Die Gläubigen saßen in ihrem Auto auf einem großen Volksfestplatz, der Pfarrer fuhr mit einem Art "Papamobil" durch die Reihen. Wie es zu dem "Drive-In-Gottesdienst" kam und wie er ablief.
"Drive-In-Gottesdienst" Hildesheim

Auf dem Hildesheimer Volksfestplatz wurde am Ostersonntag ein katholischer Gottesdienst gefeiert. Dieser fand nach den Prinzipien eines Autokinos statt: Teilnehmen durfte nur, wer mit dem Auto anreiste und in diesem auch sitzen blieb. Der Grund: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus blieben die Kirchen in Niedersachsen auch während der Ostertage geschlossen.

Rund 400 Menschen nahmen an diesem "Drive-In-Gottesdienst" teil, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Obwohl die Messfeier erst um 10 Uhr begann, füllten sich die ersten Reihen bereits um 9 Uhr.

Und nicht nur Hildesheimer kamen auf den bekannten Schützenplatz - auch Fahrzeuge aus dem gesamten Bistum. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten Fenster und Türen der Autos geschlossen bleiben, die Predigt konnte über das Autoradio gehört werden.

"Drive-In-Gottesdienst" in Hildesheim wegen Corona

Der Regionalsender Radio Tonkuhle übertrug live und stellte für die Gottesdienstbesucher die Frequenz 105,3 bereit. "Wir sind sehr dankbar, dass wir auf diese Art und Weise diesen Gottesdienst feiern durften", sagte Mirco Weiß, Diözesansekretär des Kolpingwerkes. Die Idee zu diesem neuen Gottesdienstformat hatte der katholische Pfarrer Hans-Günter Sorge.

Zu Beginn der heiligen Messe fuhr der 60-jährige Priester in einer Art "Papamobil" durch die Autoreigen und segnete die Fahrzeuge mit ihren Insassen mit Weihwasser. Höhepunkt des Gottesdienstes war die Eucharistische Anbetung. Pfarrer Sorge ließ sich abermals mit dem "Papamobil" durch die Fahrzeugreihen fahren und spendete mit der geweihten Hostie in der Monstranz den sakramentalen Segen.

400 Menschen feiern "Drive-In-Gottesdienst" in Hildesheim

Die aufwendigen Vorbereitungen gingen trotz notwendiger behördlicher Genehmigungen schnell. Zwischen Idee und Umsetzung lagen nur 72 Stunden. Der Pächter des Platzes stellte das Gelände kostenlos zur Verfügung. Über Pressemitteilungen, Anzeigen, Facebook und andere soziale Netzwerke wurde in Windeseile der Termin bekannt gemacht.

"In Zeiten von Corona fehlt den Menschen das Gemeinschaftsgefühl, da sie das Haus nicht verlassen dürfen", sagt Pfarrer Sorge. Der Priester wies zum Schluss der Messe noch einmal darauf hin, dass dieser Gottesdienst keine Veranstaltung des Bistums war, sondern allein vom Kolpingwerk organisiert und über Sponsoren teilfinanziert wurde.

"Drive-In-Gottesdienst" Hildesheim Schützenplatz
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