Kirchengemeinden
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 2020 weniger Mitglieder verloren als 2019. Auch in Bayern ist dieser Trend festzustellen. Eine Trendumkehr stellen die Zahlen jedoch noch nicht dar.
Besucher einer Kirche beim Beten.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat heute im Jahr 2020 weniger Mitglieder verloren als im Vorjahr. Das gab die EKD heute in Hannover bekannt. Ihren Angaben zufolge gehörten zum Stichtag 31.12.2020 insgesamt 20.236.210 Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 24,3 Prozent.

Weniger Kirchenaustritte auch in Bayern

Nach aktuellen Berechnungen aus den 20 Landeskirchen seien 220.000 Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Die Zahl der Austritte sei damit im Vergleich zu 2019 um 18 Prozent zurückgegangen. In Bayern spiegelt sich diese Tendenz ebenfalls wider: Zwar sind 2020 mit 2.154 Personen etwas weniger als 2019 (2.827) in die Kirche eingetreten. Doch auch die Zahl der Austritte ging in Bayern zurück. Aus der Kirche ausgetreten sind 2020 26.590 Personen. 2019 waren es noch 32.387.

Den insgesamten Rückgang der Mitgliederzahlen konnte dies allerdings auch nicht stoppen, sondern nur verlangsamen. Am 31. Dezember 2020 hatte die bayerische Landeskirche demnach 2.252.534 Kirchenmitglieder – 2019 waren es zum Stichtag noch 2.297.509 gewesen.

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm: "Jeder Austritt bekümmert mich"

Obwohl die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche in diesem Jahr also gesunken ist, betont EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: "Jeder Kirchenaustritt bekümmert mich und lässt mich fragen, was wir als Kirche tun können, um Menschen vom guten Sinn der Mitgliedschaft in unserer Kirche zu überzeugen."

Um mehr über die Gründe zum Kirchenaustritt zu erfahren, habe das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD zwischen Ende März und Ende Mai dieses Jahres eine bundesweite Online-Umfrage "Wege und Anlässe zum Kirchenaustritt" durchgeführt, so die EKD weiter. Erste Auswertungen zeigten, dass nur bei etwa einem Viertel der Befragten konkrete Anlässe für ihre Entscheidung zum Kirchenaustritt ausschlaggebend gewesen seien. Trotz ihres Austritts sei eine große Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass das Wirken der Kirche einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leiste. Die detaillierte Auswertung der Studie soll voraussichtlich im Herbst veröffentlicht werden.

Einnahmen der Kirchen gehen zurück

Wie erwartet habe die Corona-Pandemie auch zu einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen geführt, heißt es weiter. Diese seien um 5,4 Prozent auf 5,63 Milliarden Euro im Jahr 2020 gesunken. "Ich bin sehr dankbar für diese Mittel, aber auch für Spenden und weitere Unterstützung wie beispielsweise die ehrenamtliche Mitarbeit vieler Menschen", wird Bedford-Strohm dazu zitiert. All das bilde die Basis, um Arbeit für die Kranken und Schwachen in der Gesellschaft, für Kindertagesstätten und Schulen, Seelsorge und vielfältige Angebote zu ermöglichen.

Infografik: Über 44 Millionen Christ*innen leben in Deutschland. Davon sind über 20 Millionen evangelisch.

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