3.10.2019
Kirchengeschichte

Gedenken an evangelischen Alt-Bischof Johannes Hanselmann

Mit einem Kranz erinnerte die bayerische Landeskirche an den früheren Landesbischof Johannes Hanselmann (1927-1999).
Bischof Johannes Hanselmann Grabstein
Der Grabstein von Johannes Hanselmann am Münchner Nordfriedhof.

Die bayerische Landeskirche hat mit einem Kranz ihres vor 20 Jahren verstorbenen früheren Landesbischofs Johannes Hanselmann gedacht. Hanselmann wurde 1927 in Ehingen am Ries geboren und war am 2. Oktober 1999 in Rotthalmünster gestorben. Der evangelische Theologe war von 1975 bis 1994 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) sowie von 1987 bis 1990 Präsident des Lutherischen Weltbundes. Vor seiner Wahl zum Landesbischof war er Kreisdekan in Bayreuth. Dieses Amt trägt heute den Titel Regionalbischof.

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hat im Gedenken an Hanselmann an dessen Grab auf dem Nordfriedhof in München einen Kranz niedergelegt. Es sei "wichtig, sich an seine 'Vorfahren' zu erinnern - wahrlich nicht alles haben wir allein aus uns geschafft", schrieb die ständige Vertreterin des Landesbischofs auf ihrer Facebook-Seite: "Manchmal wünschte ich mir heute mehr Dankbarkeit dafür, was Männer und Frauen vor uns geleistet haben - damit wir in Freiheit das tun können, was wir sollen."

 

Bischof Johannes Hanselmann
Bischof Johannes Hanselmann (1927-1999).

Der bayerische evangelische Altbischof Johannes Hanselmann

Fast zwei Jahrzehnte stand Hanselmann an der Spitze der flächengrößten Landeskirche Deutschlands mit 2,7 Millionen Protestanten. Von 1987 bis 1990 war Hanselmann Präsident des Lutherischen Weltbundes. Seine Amtszeit in Bayern war geprägt von erbitterten Diskussionen über Reizthemen wie die Einführung der Frauen-Ordination in Bayern, den Streit um Wackersdorf, die Friedensbewegung oder den Paragraphen 218.

Als eines seiner Hauptverdienste gilt, dass er als Bischof den schwierigen Balanceakt im offenen Meinungsstreit ausgehalten hatte, ohne ins Unverbindliche auszuweichen. Hanselmann studierte in Erlangen, Springfield (Ohio) und an der Hartford University of Religion (Connecticut/USA). Nach dem Vikariat und einer Gemeindestelle im oberfränkischen Grub im Forst leitete der Magister der Theologie und promovierte Philosoph von 1966 bis 1973 das "Haus der Kirche" in Westberlin.

1974 kehrte Hanselmann als Kreisdekan des Kirchenkreises Bayreuth nach Bayern zurück. 1975 wurde Hanselmann nach Hans Meiser (1933-55) und Hermann Dietzfelbinger (1955-74) dritter Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Hanselmann war Träger zahlreicher Ehrendoktorwürden, unter anderem durch die Universitäten in München (1976), Budapest (1980) und Bratislava (1989).

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