"Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!" – Die Jahreslosung 2026 stammt aus der Offenbarung des Johannes (21, 5). Zuletzt kamen 2018 und zuvor 1960 Jahreslosungen aus dem letzten Buch der Bibel, der Legende nach verfasst vom Apostel Johannes im Exil auf der Insel Patmos. Historisch entstanden ist die Offenbarung vermutlich um 95 gegen Ende der Regierungszeit des Kaisers Domitian. Der Text der Offenbarung ist eine Trost-Prophetie in Zeiten harter Brüche und der Verfolgung der christlichen Gemeinde.

Die Jahreslosungen der Vorjahre, die Paulus-Worte "Prüft alles und behaltet das Gute" (2025, 1. Thessalonicher 5, 21) oder "Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe!" (2024, 1. Korinther 16, 14) waren Appelle an menschliches Verhalten. Auch wenn diese Verse einen ganz anderen Hintergrund haben: Ihr appellativer, "aktivistischer" Charakter macht es möglich, Gott aus der Rechnung zu nehmen. Eine Versuchung, der in Zeiten des Klimawandels und zunehmender "NGO-isierung" in ihrem Auftreten auch die Kirchen allzu oft erliegen. Liebevoll handeln, klug prüfen und das Gute behalten – das ist wenig anstößig. Gott? Christus? Scheinen dafür kaum nötig.

Denn Gott und nur Gott ist Quelle des Heils

Die Jahreslosung 2026 rückt jedoch Gott, rückt Christus als "Alpha und Omega", als Anfang und Ende, ins Zentrum. Denn Gott und nur Gott ist Quelle des Heils. Ein durchaus anstößiger Gedanke in unserer Zeit.

Eingebettet ist die Jahreslosung in die Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde, des "Himmlischen Jerusalem", der Stadt Gottes: "Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz."

Die Kirchen sollten das wieder deutlicher, klarer und trostvoller predigen

Wo dagegen Menschen sprechen: "Siehe, ich mache alles neu", ist oft genug Unheil die Folge, ob es sich dabei um wirtschaftlich-soziale "Disruptionen" handelt oder um verheerende ökologische Folgen.

Mit dem Blick auf Gott ändert sich alles. Das "Notwendige" ist in Christus bereits geschehen. Doch ohne den Blick auf Gott zu richten, wird die Umkehr nicht gelingen, der Weg in die Irre führen. Die Kirchen sollten das wieder deutlicher, klarer und trostvoller predigen – 2026 und darüber hinaus.