"Ich setze mich für die Jugend ein", sagt der 24-jährige Sebastian Lange, der in der Kirchengemeinde Bruck in Erlangen im Kirchenvorstand (KV) ist. Ihm gefällt, dass er über seine Stimme mitsteuern kann, was in seiner Kirchengemeinde passiert. Seit 2018 ist der junge Mann dabei und sagt:

"Ich habe mich hier immer gehört gefühlt."

Sein Herzensanliegen ist die Jugendarbeit, die er auch als Jugendleiter unterstützt und im KV immer wieder auf die Tagesordnung holt. Warum man sich engagieren sollte? "Weil in der Kirche in den nächsten Jahren viele Themen anstehen, die junge Menschen interessieren und wo sie sich einbringen können", ist der Student überzeugt.

KV-Fluencer sollen auf Social Media Lust auf Beteiligung machen

Sebastian Lange ist einer von acht "KV-Fluencern", die in Videos auf Social-Media-Kanälen von ihrer Arbeit in dem Gremium erzählen und Lust darauf machen sollen, sich selbst zu beteiligen. Die Videos kommen von "BildungEvangelisch" im Dekanat Erlangen. Wenn im Oktober die Kirchenvorstände neu gewählt werden, braucht es genügend Freiwillige, die sich für sechs Jahre in ihren Gemeinden engagieren wollen.

"Diese Menschen müssen jetzt gefunden werden, bis Mai haben wir Zeit", sagt Carsten Kurtz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die Video-Aktion soll dabei helfen, "dass die Menschen mitkriegen: Kirche ist basisdemokratisch. Es war uns wichtig, Menschen vor Ort zu haben, die im KV sind und auch zu einem persönlichen Gespräch bereit wären", sagt er. Kurtz vermittelt Interessierten, die noch mehr über die KV-Arbeit wissen wollen, gerne den Kontakt zu den "KV-Fluencern".

Keine Hochglanz-Werbebotschaften

Die Videos sind keine Hochglanz-Werbebotschaften für die Arbeit im Kirchenvorstand. In authentischen Gesprächen mit Pfarrerin Julia Illner erzählen die Ehrenamtlichen auch von Herausforderungen.

"Finanzielle Themen sind nicht für jeden was. Wenn es um Haushaltsdebatten geht, ist das für mich meistens nicht so spannend", gibt die Sozialpädagogin und Mutter Kerstin Wolski aus der Kirchengemeinde St. Markus zu. Dafür mag sie den Kontakt zu vielen Menschen, die gemeinsame Werte teilen. Lehrer Matthias Görtz aus Frauenaurach ist schon seit 18 Jahren im Kirchenvorstand. Ihn begeistert immer wieder,

"wenn man nach außen dazu beitragen kann, dass Kirche positiv empfunden wird".

Auch das Dekanat Fürth geht online auf die Suche nach Freiwilligen, indem es bereits Aktive von ihrer Arbeit erzählen lässt. Auf dem Instagram-Kanal "stadt.land.fuerth_evangelisch" fassen zwölf Menschen in kurzen Videos zusammen, was das Tolle an ihrer Arbeit ist. Christoph Meier aus St. Johannis ist zum Beispiel stolz darauf, dass er über die Neubesetzung der Pfarrstelle mitbestimmen durfte.

"Diese Arbeit betrachte ich als sehr wichtig."

Für Tanja Hacker aus Vach war es dagegen eine besondere Aufgabe, den Bau einer neuen Kindertagesstätte zu begleiten. "Als wir die Einweihung feiern durften, war ich voller Freude und Begeisterung, was wir gemeinsam schaffen können", erzählt sie.

Regionale Informationstage zur KV-Wahl in Nürnberg, Augsburg, Schweinfurt und Ansbach

Dekanatsreferentin Christiane Lehner ist begeistert, wie viel Leidenschaft über die Videos rüberkommt. "Eine Kirchenvorständin hat zum Beispiel erzählt, dass sie ihre Aufgabe liebt, bei der Jubelkonfirmation die Jubilare zu begleiten, die vor 25, 40 oder 60 Jahren konfirmiert wurden, und ihre Lebensgeschichten zu hören. Das gehört auch zu der Arbeit im KV." Wer Fragen an einzelne Personen aus den Videos hat, kann sich an Lehner wenden, die den Kontakt vermittelt. Allgemeine Informationen zur Arbeit im KV oder zu den Wahlen gibt es direkt bei der eigenen Kirchengemeinde.

Die Kirchenkreise veranstalten auch regionale Informationstage: am 24. Februar in Nürnberg und Augsburg, am 2. März in Schweinfurt und am 6. April in Ansbach. Bei diesen Kirchenvorstandstagen beantworten Mitglieder der Kirchenleitung, wie Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern, viele Fragen rund um die KV-Wahl.

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