Frau Synodalpräsidentin, wie lautet Ihre Bilanz bezüglich der Landessynode?

Annekathrin Preidel: Ich bin seit 18 Jahren Mitglied dieser Landessynode, davon habe ich zwölf Jahre als Präsidentin amtiert. Für beide sechsjährige Perioden, in denen ich als Präsidentin im Amt war, hatte ich jeweils einen Plan. Und beide Pläne habe ich erfüllt. Daher gehe ich mit einem sehr guten Gefühl und bin sehr zufrieden.

Der erste Plan war PUK, der zweite die Umsetzung von PUK. Dann kam Corona dazwischen und wirkte wie ein Katalysator, der alles, was ich mir an Digitalisierung gewünscht hatte, beschleunigte. Die Synode arbeitet jetzt papierfrei und digital. Das ist auch wichtig, um die Arbeit ehrenamtlich stemmen zu können. Von daher bin ich sehr zufrieden und freue mich, dass wir diese Meilensteine erreicht haben.

War Ihnen klar, dass es viel Arbeit sein würde?

Als ich zur Präsidentin gewählt wurde, war mir klar, dass der Posten sehr zeitintensiv ist. Dass ich gewählt wurde, kam für mich überraschend. In den ersten sechs Jahren habe ich eher im Hintergrund gearbeitet. Als ich dann gewählt wurde, habe ich es als Chance gesehen, tatsächlich etwas in die Organisationsentwicklung einbringen zu können, was ich gut kann.

Wie geht es jetzt weiter?

Zunächst stehen die Wahlen und die Berufungen zur neuen Synode an. Es geht darum, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Synode gut arbeiten kann. Es geht also um ein Onboarding für die Themen und darum, wie die Arbeit läuft. Wie arbeitet die Synode? Da sind wir dabei, gute Pläne zu entwickeln: digitale Formate, mit denen wir die Synodalen mitnehmen wollen. Und dann wird es in Tutzing wieder das Vorbereitungswochenende geben, bei dem wir auch planen werden, wie wir alles in die Wege leiten.

Waren Sie mit allen Entscheidungen zufrieden?

Als Präsidentin muss ich die Abstimmungsergebnisse natürlich zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. Es wäre sicherlich sinnvoll gewesen, wenn sich die Synode zu einer Verkleinerung hätte durchringen können. Denn nun hat die Synodalwahl nach der alten Logik stattgefunden.

Der Kirchenkreis im Süden ist zwar schon gebildet, aber wir haben nach den alten Strukturen gewählt. Das war etwas mühsam, aber es ist nicht zu ändern. Die neue Synode wird sich damit befassen müssen.

Freuen Sie sich auf die Zeit nach der Synode? Was planen Sie?

Ich bin in einem Stiftungsrat. Ich habe vier Enkelkinder und noch viele Reisepläne. Mein Mann freut sich, wenn er mich mal sieht. Insofern habe ich also wirklich viel vor.

Bayerische Landessynode

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Was ist die Landessynode?

Die Landessynode ist eines der kirchenleitenden Gremien der Kirche, die den Kurs der evangelischen Landeskirche bestimmt. Die 108 Synodalen verabschieden Kirchengesetze, entscheiden in Personalfragen, beschließen den kirchlichen Haushalt und wählen den Landesbischof. Während die Herbsttagungen schwerpunktmäßig den kirchlichen Finanzen gewidmet sind, befasst sich das Kirchenparlament der 2,1 Millionen bayerischen Protestant:innen bei seinen Frühjahrstagungen mit inhaltlichen Fragen.

Das griechische Wort Synode bedeutet "gemeinsamer Weg" und "Versammlung zur Beratung". Die Synodalen werden von den rund 13.000 Kirchenvorstehern der Gemeinden gewählt. Nach dem evangelischen Grundsatz des "Priestertums aller Gläubigen" sind die Mehrzahl der Synodalen Laien, dazu kommen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, aus den theologischen Fakultäten der Universitäten und Jugendvertreter. Außerdem werden Mitglieder berufen, beispielsweise aus Parteien und Verbänden.