Die evangelische Kirche geht beim Klimaschutz in die Offensive: Pünktlich zum weltweiten Klimaaktionstag am 20. September rufen die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das ökumenische Bündnis "Churches for Future" zur Beteiligung an den Protesten auf. Gleichzeitig startete die EKD diese Woche ihre bundesweite Klimakampagne "Du zählst – gemeinsam etwas bewegen".

Schöpfungsverantwortung als christlicher Auftrag

"Die Schöpfung Gottes ist durch unser Handeln in einem bisher nicht gekannten Ausmaß bedroht", erklärte die evangelische Umwelt-Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

Der Einsatz für Klimaschutz gehöre zu den drängendsten Aufgaben der Zeit und sei Ausdruck gelebter Nächstenliebe und verantwortlicher Schöpfungstreue. Die EKD unterstützt daher die Forderung nach einem zügigen Ausstieg aus allen fossilen Energien.

Der internationale Aktionstag der Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" steht unter dem Motto #ExitGasEnterFuture ("Raus aus dem Gas, rein in die Zukunft"). Die EKD erinnerte daran, dass Deutschland sich verpflichtet habe, bis 2045 klimaneutral zu werden – ein Ziel, das nur durch den konsequenten Ausstieg aus fossilen Energieträgern erreichbar sei.

Kampagne flankiert Klimaproteste

Der Aufruf zur Teilnahme am Klimaaktionstag fügt sich in die breitere Klimastrategie der EKD ein. Die auf drei Monate angelegte Social-Media-Kampagne will praktische Klimaschutzmaßnahmen im Alltag fördern – von nachhaltigem Einkaufen über klimafreundliche Mobilität bis hin zu Klimagerechtigkeit.

Mit dieser doppelten Strategie aus Kampagnenarbeit und Protestunterstützung positioniert sich die evangelische Kirche sowohl als Bildungsakteur als auch als Mitstreiter der Klimabewegung.

Breites Bündnis für den Klimaschutz

"Churches for Future" ist seit 2019 ein Zusammenschluss von mehr als 80 kirchlichen Organisationen, die sich dem Protest von "Fridays for Future" angeschlossen haben. Das vom Netzwerk "Eine Erde" getragene Bündnis vertritt die Auffassung, dass christlicher Glaube und Einsatz für Klimagerechtigkeit untrennbar zusammengehören.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer lobte die Kirchen als vermittelnden Ort, wo eine Haltung zum Klima erarbeitet werden könne. Gleichzeitig nahm sie die Kirchen in die Pflicht, den christlichen Parteien "den Spiegel vorzuhalten" und zu fragen, was sie aus dem "C" in ihrem Namen machen.

Für die EKD ist Klimaschutz Teil der christlichen Verantwortung für Gottes Schöpfung – eine Verpflichtung, die weit über Worte hinausgeht und aktiv gelebt wird.

(mit Material von epd)

Klimaaktionstag 20. September

  • In Deutschland: Aktionen in 70 Städten

  • Weltweit: Proteste in über 100 Ländern

  • Ziel: Gegen die Rückkehr zu fossilen Energieträgern wie Gas

  • Bündnisse: Kirchen, indigene Gruppen und Klimabewegungen

  • Kontext: Kurz vor der UN-Vollversammlung in New York setzen die Akteure ein starkes Signal für Klimagerechtigkeit

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