2.03.2019
Monatsgruß

Wie Ehrenamtliche der Fürther Gemeinde Maria Magdalena den Gemeindebrief gestalten

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer eigentlich den Monatsgruß erstellt? Meistens werden die Seiten mit den Neuigkeiten aus der Gemeinde vom Pfarrer und dem Sekretariat eher nebenbei zusammengebastelt. Nicht so in Maria Magdalena in Fürth: Dort hat Pfarrerin Sabine Heider gleich drei Freiwillige gefunden, die elf Mal im Jahr mit viel Liebe ans Werk gehen. Und dabei monatlich kleine Kunstwerke erschaffen.
Gemeindebrief-Macherinnen
Pfarrerin Sabine Heider (links) mit ihren Gemeindebrief-Macherinnen Carolin Hildebrandt, Annika Jochum und Tina Schulz (von links) bei einer Blattkritik-Sitzung.

Ein bisschen verzweifelt war Sabine Heider schon, als der junge Mann, der jahrelang ehrenamtlich den Monatsgruß der jungen Fürther Gemeinde am Computer "gebaut" hatte, vor rund einem Jahr wegzog und damit auch der Pfarrerin sprichwörtlich das Heft wieder in die Hand gab. "Vor allem mit dem Layout-Programm hatte ich anfangs meine liebe Mühe", erklärt Heider.

Und das geht nicht nur ihr so: Alle zwölf Stadt-Gemeinden im Dekanat haben einen Monatsgruß, der beispielsweise wie eine Tageszeitung oder das Sonntagsblatt einen Mantel- sowie einen Regionalteil besitzt. Für die Gestaltung von Überschriften, Bildgrößen oder Farben gibt es feste Vorgaben, die in einem professionellen Layout- und Satzprogramm umgesetzt werden müssen – und mit diesem arbeitet der gewöhnliche PC-Nutzer eben nicht gerade täglich.

Drei Fürther Ehrenamtliche erstellen Gemeindbrief

Sie startete einen Aufruf im nächsten Gemeindebrief – und siehe da: Gleich drei Frauen meldeten sich. Und noch besser: Nach einem ersten Treffen verstand sich das Trio so gut, dass man sich auf Teamarbeit mit Aufgabenteilung einigen konnte. "Ich arbeite in meinem Beruf kreativ und bin ganz froh, wenn ich mich in der Gemeinde engagieren kann, indem ich einfach nur mal Zahlen eingebe", sagt Annika Jochum, die das Einpflegen von Terminen und Daten als ihr Steckenpferd auserkoren hat.

Ehemals am Quelle-Katalog mitgebastelt hatte Tina Schulz, die jetzt einen reinen Bürojob hat, aber mit ihrem "Adlerauge" eifrig am Monatsgruß mitarbeitet. Und Carolin Hildebrandt hat zwar mit ihrem Hobby "Gestalten mit Beton" bereits einen Gegenpol zum Beruf als "Schreibtischtäterin". "Ich wollte aber noch ein weiteres Hobby haben, das keinen Dreck macht", sagt die frisch gebackene Kirchenvorständin.

Mit Arbeitsteilung zum Gemeindebrief

Der Regionalteil des Monatsgrußes hat immer vier Seiten, die seither einmal pro Monat von den drei Frauen erstellt werden. Dafür hat die Gemeinde einen eigenen Laptop, auf dem das Grafik-Programm installiert ist und der immer weitergegeben wird. Sabine Heider liefert die Texte, für das Layout ist im Wechsel immer eine der drei hauptverantwortlich. "Da kommen etwa zehn Stunden für den Gestalter selbst plus fünf Stunden gemeinsame Schlusssitzung zusammen", meint Tina Schulz. Und während der Gemeindebrief entsteht, stehe man in regem Austausch.

"Wir machen auch mal selbst Fotos, um Themen wie Spendenaufrufe zu illustrieren, und nehmen dazu keine von der Stange", erklärt Carolin Hildebrandt. So komme für den "Wo am nötigsten"-Aufruf eben nicht immer dasselbe Symbolbild zum Einsatz wie sonst immer. Oder für die Andacht zum Thema "Herbst" wird nicht ein beliebiges Motiv der Jahreszeit verwendet, sondern ein selbst gemachtes vom Radweg an der Regnitz.

Pfarrerin Heider: Gemeindebrief ist Aushängeschild

Insgesamt sind die Layout-Möglichkeiten aber durch das fixe Erscheinungsbild begrenzt. "Es gibt klare Vorgaben für Schriftarten und -größen oder die Farbgebung", sagt Christiane Lehner, im Dekanat für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und Leiterin der monatlichen Redaktionsbeiratssitzung, an der die Monatsgruß-Macher der zwölf Gemeinden teilnehmen sollen. Dabei wird der Mantelteil auf den Seiten 1 bis 3 und 9 bis 12, der über das kirchliche Leben in Fürth informiert, besprochen und Blattkritik an den regionalen Seiten 4 bis 7 geübt.

"Unser Gemeindebrief ist eines der Aushängeschilder der Gemeinde", erklärt Pfarrerin Heider stolz. Größe, Verantwortlichkeit und Selbstverständnis des Teams seien einmalig. Für sie bedeutet das Frauentrio nicht nur Arbeitserleichterung, sondern echten Mehrwert für alle.

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