4.03.2020
Vesperkirche

Würzburger Gemeinde stellt erneut kräftezehrendes und finanziell gewagtes Projekt auf die Beine

Am kommenden Sonntag (8. März) startet in der Thomaskirche in Würzburg zum zweiten Mal nach 2018 eine Vesperkirche.
Pfarrer Reinhard Fischer

Bis zum 22. März lädt die Gemeinde wieder täglich zu einem günstigen Mittagsmahl und Begegnung ein, auch soziale Beratungsangebote wird es wieder geben. Das Essen kommt wie schon beim ersten Mal aus der Kantine der Justizvollzugsanstalt.

Weshalb sich die Gemeinde ein zweites Mal für das kräftezehrende und finanziell gewagte Projekt entschieden hat, das erklärt Pfarrer Reinhard Fischer dem Evangelischen Pressedienst.

Wieso wollten Sie und Ihre Gemeinde in Würzburg unbedingt eine Vesperkirche auf die Beine stellen?

Reinhard Fischer: Die Thomasgemeinde galt schon immer als diakonisch ausgerichtete Gemeinde - wohl nicht zuletzt auch durch die Nähe zur Diakonie in Form der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Für uns als Gemeinde ist die Vesperkirche zeichenhaftes und zugleich konkretes diakonisches Handeln unter dem Auftrag Jesu Christi.

Er selbst ist der eigentliche Gastgeber, braucht jedoch zupackende Menschen, die alles vorbereiten, damit es heißen kann: "Kommt, denn es ist alles bereit!" Unsere Vesperkirche ist wie eine Vorahnung auf das große Fest, zu dem Jesus mit diesem Satz einlädt.

Was wollen Sie mit der Vesperkirche erreichen und was unterscheidet ihr Angebot von einem vergünstigten Mittagessen?

Fischer: Neben dem gemeinsamen Essen, das sicher für viele erst einmal im Mittelpunkt stehen wird - und das darf es ja auch -, wollen wir in diesem Rahmen Kirche als Mahl- und Tischgemeinschaft und somit auch als diakonische Gemeinschaft sichtbar machen, in der jede und jeder willkommen ist.

Wir wollen möglichst viele Menschen jeder Herkunft oder Religion sowie aller Altersstufen aus allen Stadtteilen Würzburgs und aus dem Umland ansprechen und einladen. Schön gedeckte Tische und das gemeinsame Essen sollen dazu beitragen, dass verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Wie finanzieren Sie Ihre Vesperkirche und wie kriegen Sie die benötigten ehrenamtlichen Helfer zusammen?

Fischer: Wir rechnen mit Kosten von etwa 15.000 Euro, die auf unsere kleine Kirchengemeinde zukommen. Neben einem Zuschuss, den die Landeskirche für die zweite Auflage gewährt, sind wir sehr auf Spenden angewiesen. Wirklich jede Spende ist willkommen und hilft, das Projekt Vesperkirche zu verwirklichen. Zudem haben wir ein Crowdfunding-Projekt gestartet und bei verschiedenen Stiftungen um Unterstützung nachgefragt.

Wir dürfen uns kein oder nur ein kleines Defizit erlauben, die Kirchengemeinde hat nicht viele Reserven. Da wir die Vesperkirche zum zweiten Mal machen, konnten wir viele ehrenamtliche Helfer der ersten Auflage wieder gewinnen - und neue helfende Hände nach zwei Info-Abenden im Januar und Februar.

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