Geschichte & Social Media
"Ich bin Sophie Scholl": Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl am 9. Mai erhielten Nutzerinnen und Nutzer auf einem Instagram-Kanal Einblicke in die letzten zehn Monate der Studentin und NS-Widerstandskämpferin - Geschichte zum digitalen Miterleben. Nun fürchtet die Darstellerin einen Shitstorm.
Sophie Scholl mit einem Selfie-Stick in der LMU München
"Ich bin Sophie Scholl" nimmt die User*Innen hautnah in die letzten zehn Monate der Widerstandskämpferin mit.

Luna Wedler, Schweizer Schauspielerin und Darstellerin der Sophie Scholl in einem Instagram-Account, hat Angst vor einem Shitstorm im Internet. Schon ein kleiner Fehler könne einen Sturm der Entrüstung auslösen, sagte die 21-Jährige der "Stuttgarter Zeitung". Die Instagram-Serie "@ichbinsophiescholl" von Südwestrundfunk (SWR) und Bayerischem Rundfunk (BR) zeigt die letzten zehn Lebensmonate von Sophie Scholl (1921-1943), die als Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen die Nationalsozialisten kämpfte.

Laut Wedler kümmern sich zehn Menschen um den Instagram-Account. "Wir bilden das Leben von Sophie Scholl in Echtzeit ab. Wenn man eine historische Figur für so ein Projekt zurückholt, sollte alles stimmen - auch das kleinste Detail am Set", sagte sie. Eine Kleinigkeit könne einen "Riesen-Shitstorm" bewirken. Die Posts sind Texte, Spielszenen und Bilder. Quellen sind vor allem Tagebuch- und andere Aufzeichnungen von Sophie Scholl. Die szenischen Teile für @ichbinsophiescholl wurden in Berlin und München gedreht.

Die junge Schauspielerin hat zudem erneut die Hauptrolle in der zweiten Staffel der Netflix-Serie "Biohackers". Es sei wunderbar, dass es endlich auch solche Frauenfiguren in Thrillern gebe, sagte sie. "Was ich mache, hätte meine Mutter nie machen können, und meine Oma hätte davon noch nicht einmal zu träumen gewagt. Es ist allerhöchste Zeit für diesen Wandel", hob Wedler hervor.

 

Das Projekt "Ich bin Sophie Scholl"

Das Projekt "Ich bin Sophie Scholl" lässt User*Innen auf Instagram die zehn letzten Monate der NS-Widerstandskämpferin hautnah miterleben. Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl (1921-1943) wird auf der Social-Media-Plattform die Zeit ihrer Ankunft in München bis zu ihrer Verhaftung ebendort in Echtzeit erzählt. Scholl wird dabei von Schauspielerin Luna Wedel verkörpert. Der Kanal zeigt aber auch originale Fotos, Nachrichten oder Propagandamaterial aus der Zeit des Nationalsoszialismus.

Das Projekt, eine Kooperation von BR und SWR, startet am 4. Mai - dem Tag, an dem die 21-jährige Sophie Scholl für den Beginn ihres Studiums in die bayerische Landeshauptstadt reiste. In den kommenden zehn Monaten soll ihr Leben an der Universität und ihr Widerstand in der Weißen Rose thematisiert werden.

Auch Persönliches, wie ihre Liebesbeziehung mit Fritz Hartnagel, der als Offizier in Russland stationiert ist, ist Teil der Geschichte. Grundlage für das Projekt waren unter anderem Briefe und Aufzeichnungen von Sophie Scholl, die diesen persönlichen Einblick ermöglichen. Der Instagram-Kanal @IchbinSophieScholl bietet dabei einen sehr lebendigen Einblick in das Leben der jungen Frau, die zum Sinnbild des Widerstands gegen die Nationalsozialisten geworden ist. Einmal in der Woche postet der Kanal übrigens einen Rückblick, falls man es nicht schafft, an jedem Tag beim Kanal vorbeizuschauen.

Ausstellung "Rebellinnen"

Sophie Scholl Ausstellung Leihen

Sophie Scholl, Argula von Grumbach, Liselotte Nold, Bertha von Suttner, Nina Hagen und Angela Merkel sind Rebellinnen ihrer Zeit. Diese Frauen halten an ihren Überzeugungen fest, widersetzen sich der Obrigkeit und kämpfen für ihre Rechte. Sie verfolgen ihre Ziele und stehen ein für ein selbstbestimmtes Leben.

Die Leih-Ausstellung "Rebellinnen” präsentiert rund 40 Mädchen und Frauen aus verschiedenen Epochen. Viele sind berühmt, einige von ihnen weniger bekannt. Eines aber vereint sie: Ihr Leben und ihre Taten haben unsere Gesellschaft verändert. Die Lebenswege ermutigen uns dazu, unseren eigenen Weg zu gehen und unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Ausstellung umfasst hochwertige Alu-Tafeln inklusive Hängevorrichtung, kostenloses Werbematerial sowie ein digitales medienpädagogisches Paket. Die Ausstellung eignet sich für Bildungseinrichtungen und Kommunen ebenso wie für Kirchengemeinden und Museen.

"Rebellinnen" geht 2021 in den Verleih. Möchten Sie über den Leihtermin informiert werden, dann abonnieren Sie bitte unseren Newsletter.

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