Freiwilligenblog
Viele Unternehmen sind in den vergangenen Monaten auf das Homeoffice umgestiegen. Auch die Freiwilligen Meike Kiehl und Magdalena Schägger lernten ihre Einsatzstelle größtenteils von zu Hause aus kennen. Magdalena erzählt in einem Blogbeitrag von einem typischen Arbeitstag.

Draußen dämmert es, der Wecker klingelt jetzt schon zum dritten Mal. Ich schau auf die Uhr – werfe die Decke zurück, laufe in die Küche und schmeiße die Kaffeemaschine an. Dann logge ich mich an meinem Laptop zur Arbeit ein. Pünktlich zur Neun-Uhr-Telefonkonferenz auf Zoom steht eine große Tasse Kaffee vor mir.  

Arbeiten im Homeoffice

Meine Geschwister rennen an der Tür vorbei. "Das sind meine Süßigkeiten", brüllt der Jüngere. Ich mute mein Video. Der Ältere lacht bloß. Genervt verdreh ich die Augen, werfe einen bösen Blick in Richtung Türe – und erinnere mich daran, dass ich ja gerade auf Kamera zu sehen bin. Upps. Ich lächle freundlich.

Oh Gott, hoffentlich bemerkt das niemand.

"Magdalena, willst du auch was dazu sagen?" Ich aktiviere das Mikro – in der Hoffnung, dass meine Geschwister ihrer Meinungsverschiedenheit entweder geklärt oder die Austragung ihres kleinen Konflikts auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben. "Also…" setze ich an. "Ahhh", hört man es im Hintergrund leise brüllen. Ich lächle entschuldigend und bringe das, was ich auch noch dazu zu sagen habe möglichst schnell hinter mich.

"Magdalena?", der Jüngere steht in der Tür. "Mhhhm." "Mir ist langweilig." "Spiel mit deinem Bruder." "Nein." Auf einmal steht hinter mir und starrt auf den Bildschirm.

"Was machst du da?" "Online-Sachen." "Aha. Und wann bist du fertig?"

Ich zucke mit den Schultern. "Och manno. Mir ist soo langweilig." "Lies was. Bau Lego." Er schüttelt den Kopf und setzt sich auf mein Bett. Von dort schaut er mir noch ein Weilchen beim Arbeiten zu. 

Ein süßlich-seltsamer Geruch wabert in mein Zimmer. Ich logge mich aus der Arbeit aus, Minuten später setzt mir meine Schwester das Resultat ihres heutigen Koch-Experiments vor. Es reiht sich nahtlos in die Liste fragwürdiger Koch-Kreationen der letzten Wochen ein. "Nachschlag?" Ich lehne dankend ab und melde mich bald wieder zurück in der Arbeit an. 

Nach dem Mittagessen zoome ich kurz mit Meike, meiner Freiwilligen-Kollegin. Wir tauschen uns über den Kampf mit dem Schnittprogramm aus. Das Videointerview sollte bald fertig sein, ich schiebe es auf der To-do-Liste hinter den dieswöchigen Blogbeitrag. Wir spekulieren, wann wir wohl irgendwann mal gemeinsam im Büro sitzen dürfen. Dann verabreden wir uns für ein nächstes Zoom-Meeting, ich mache mich an den Blogeintrag.

Die Uhr geht auf fünf zu, der Blogbeitrag ist soweit fertig. Meike darf nochmal drüber lesen und meine Kollegin Larissa auch. Also speichern, abschicken, Laptop zuklappen und FEIERABEND! "Finger weg, ihr zwei!", hör ich meine Schwester aus der Küche rufen. Draußen dämmert es bereits.

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