Weltalphabetisierungstag
Anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September fordert die Menschenrechts- und Hilfsorganisation Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. mehr Anstrengungen für bessere Bildungschancen im globalen Süden. Was die Corona-Pandemie damit zu tun hat, erklärt Vorstand Reimund Reubelt auch.
Eine Schulklasse in Südsudan unter einem Baum
Schulunterricht unter Bäumen im Südsudan.

Die Menschenrechts- und Hilfsorganisation Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. nimmt den Weltalphabetisierungstag am 8. September zum Anlass, an das weiter bestehende Problem zu erinnern. Weltweit können rund 860 Millionen Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben, zwei Drittel davon sind Frauen.

Analphabetismus: Corona verschlechtert Situation

Ein Grund, warum der Kampf gegen Analphabetismus ins Stocken geraten ist, ist Corona. Durch die Pandemie hat sich die Situation verschlechtert. "Für die Alphabetisierung im globalen Süden war die Corona-Pandemie ein herber Rückschlag", erklärt Reimund Reubelt, Erster Vorstand von Hoffnungszeichen e.V.. "Corona hat viele Analphabeten hervorgebracht." Die Schulschließungen infolge der Pandemie seien für die Bildung von unzähligen Kindern verheerend gewesen, erklärt er weiter.

Während es in Europa Homeschooling-Angebote für die Schüler*innen gab und immer mehr auch wieder in den normalen Unterricht zurückkehren, ist das im globalen Süden ganz anders. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen beispielsweise im östlichen und südlichen Afrika rund neun Millionen Kinder auch nach Wiedereröffnung der Schulen nicht in den Unterricht zurück.

Beispiel Südsudan

"Corona hat viele Analphabeten hervorgebracht", erklärt der Entwicklungsexperte Reubelt, und nennt als konkretes Beispiel Südsudan. Dort seien von den Schulschließungen von Februar 2020 bis Mai 2021 rund 1,9 Millionen Schüler*innen betroffen. Dadurch seien die ersten Klassen in den Grundschulen und Sekundarschulen überfüllt, weil Klassen wiederholt werden müssten. Außerdem sei die Abbrecherquote gestiegen, sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen. Es gebe vermehrt Unterernährung, da viele Kinder von den Schulspeisungen abhängig seien. Auch die Zahl der Teenager-Schwangerschaften und Frühverheiratungen sowie die Gewalt gegen Frauen seien gestiegen.

"Die langfristigen Auswirkungen sind besorgniserregend", bedauert Reimund Reubelt. "Wir erwarten einen allgemeinen Rückgang der Einschulungsraten und eine niedrige Anzahl an Schulabschlüssen sowie eine Beeinträchtigung der Zukunftschancen der Kinder."

Weltweit Armut und Hunger verringern

Hoffnungszeichen  will dieser Entwicklung entgegenwirken, und zwar mit Bildungsprojekten. "Als christlich motivierte Organisation setzt sich Hoffnungszeichen dafür ein, weltweit Armut und Hunger zu verringern", so Reubelt. "Eine wichtige Voraussetzung sind bessere Gesundheits- und vor allem Bildungschancen, an denen wir in vielen Ländern arbeiten. So ist Alphabetisierung eines der Mittel, mit denen wir die Folgen der globalen sozialen Ungerechtigkeit abmildern können."

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