18.05.2019
Seelsorger verrät

Gute Partnerschaft: Was macht die Liebe lange haltbar?

Eine glückliche Partnerschaft zählt einer Studie des Statistischen Bundesamtes von 2018 zufolge für rund 75 Prozent der Deutschen zu den wichtigsten Zielen im Leben. Aber wie bleibt die Liebe im Alltag erhalten – neben Job, Kindern, Ehrenämtern und anderen Verpflichtungen? Der evangelische Seelsorger und Lebensberater Waldemar Pisarski aus Augsburg gibt Tipps.
Liebespaar geht spazieren

Herr Pisarski, "Liebe haltbar machen" – geht das überhaupt?

Pisarski: Lebensmittel kann man zum Beispiel durch Salzen oder Kühlen konservieren. Bei Beziehungen zwischen zwei Menschen ist es komplizierter. Sie müssen gemeinsam herausfinden, wie sie sich ihre Partnerschaft vorstellen, was ihnen gefällt und guttut. Meine Erfahrung ist, dass sich viele Paare ein bisschen frischen Wind und mehr Spannung für ihre Beziehung wünschen. Vieles wird im Laufe der Jahre alltäglich, aber Gespräche darüber kommen oft zu kurz.

Woran liegt das?

Pisarski: Ich glaube, die Beanspruchung ist sehr groß. Oft sind beide Partner berufstätig, viele haben Kinder. Das Leben ist so angefüllt mit Dingen, die erledigt werden müssen, dass eine lockere Zeit, in der man sich austauschen kann, Luxus ist.

Wann ist es zu spät, eine Beziehung zu retten?

Pisarski: Dafür ist es nie zu spät, sofern bei den Partnern der Wunsch nach einem anderen, besseren Verhältnis da ist. Schwierig wird es, wenn einer oder beide Partner bereits resigniert und sich mit ihrer Situation abgefunden haben, weil sie nicht die Energie für eine Trennung haben oder nicht sicher sind, ob danach etwas Besseres kommt.

Was können Paare tun, um im Alltag wieder stärker ins Gespräch zu kommen?

Pisarski: Ich ermutige Paare dazu, sich regelmäßig eine gemeinsame Auszeit vom Alltag zu nehmen und etwas zu unternehmen, das ihnen beiden Freude bereitet. Dass sie sich verabreden, ein- oder zweimal im Monat, um einen Film zu schauen, Essen zu gehen oder eine Radtour zu machen. So bekommen Gespräche und Erlebnisse einen festen Platz im Alltag – genauso wie die Arbeitszeit und andere Verpflichtungen.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema: