13.07.2020
Vorfall im Kreis Roth

Zwei Jungstörche in Mittelfranken erschossen - 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Nach dem mutmaßlichen Abschuss zweier junger Störche im mittelfränkischen Spalt (Kreis Roth) hat der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf die Täter ausgelobt.
In Spalt wurden zwei Jungstörche tot aufgefunden
Ein Polizist birgt einen der toten Störche.

Das Polizeipräsidium in Nürnberg hatte am Montag mitgeteilt, dass am Sonntag in Spalt zwei Jungstörche vermutlich an ihren Kopfverletzungen gestorben sind. Die Tiere waren registriert und hatten ihr Nest auf dem Kornhaus am Gabrieliplatz in Spalt.

Zwei Störche in Mittelfranken tot aufgefunden

Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen Verstößen gegen das Tierschutz- und Bundesnaturschutzgesetz und bittet deshalb um Hinweise.

Die LBV-Storchenexpertin Oda Wieding zeigte sich fassungslos über das Geschehene. Beide tote Tiere hätten ein Loch im Kopf, es bestehe der dringende Verdacht, dass die Vögel illegal abgeschossen wurden.

"Der Abschuss einer streng geschützten Art wie dem Weißstorch ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt", sagte Wieding. Der LBV habe daher Strafanzeige gestellt und eine Belohnung ausgelobt. Die Tiere seien aktuell im Landesamt für Gesundheit (LGL) in Erlangen zur Obduktion.

Sie würden geröntgt, um über das Projektil Rückschlüsse auf die mögliche Tätergruppe ziehen zu können, teilte der LBV weiter mit.

Abschuss zweier Störche

Nach Informationen des LBV hatte eine Anwohnerin aus Spalt beobachtet, wie ein fliegender Storch am Sonntagmittag plötzlich zu torkeln angefangen habe und schließlich abgestürzt sei. Sie sei sofort zur Absturzstelle gefahren, dort habe der Storch dann tot auf dem Gehweg gelegen.

In etwa 50 Meter Entfernung habe sie einen zweiten toten Jungstorch auf einem Glasdach entdeckt, teilte der Verband mit. In den 25 Jahren, in denen sie das LBV-Weißstorch-Schutzprogramm betreue, sei ihr noch nie der Abschuss eines Storches untergekommen, sagte Wieding.

Schließlich seien Störche doch Sympathieträger.

Störche in Spalt

Die Umweltstation des LBV aus Muhr am Altmühlsee habe die toten Störche in Obhut genommen, um sie "sachgemäß für die anstehenden Untersuchungen zwischenzulagern". Die Polizei brachte die Kadaver schließlich zum LGL nach Erlangen.

In Spalt gibt es seit einigen Jahren eine ausgebaute Storchen-Nisthilfe auf dem historischen Kornhaus. 2019 wurde sie erstmalig durch ein Storchenpaar besetzt, das gleich erfolgreich brütete. Auch dieses Jahr sei die Freude groß gewesen, dass sich erneut zwei Vögel dort eingenistet hatten. Die beiden dort geschlüpften und nun toten Vögel wurden erst kürzlich beringt.

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