28.04.2020
Kulturerbe

Wässerwiesenwirtschaft als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Die traditionelle Wässerwiesennutzung an Regnitz, Rednitz und Wiesent ist in die bayerische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.
Gänseblümchen auf der Wiese

Die Wässerwiesennutzung kann nun auf eine Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis hoffen, teilte die Stadt Nürnberg mit. Die überwiegend genossenschaftlich organisierte Form der Grünlandnutzung werde heute noch im Großraum Nürnberg, Schwabach, Erlangen und Forchheim betrieben.

Im Gebiet des Rednitztals bei Nürnberg gebe es mit den stadtübergreifenden Flächen der Schwabach rund 170 Hektar Wässerwiesenwirtschaft. Die hohe Biodiversität wirke sich positiv auf das Stadtklima aus, heißt es in der Mitteilung.

Historische Technik

Bei dieser historischen Kulturtechnik, die es seit dem Mittelalter gebe, werde Wasser aus den Flüssen in ein weit verzweigtes Netz an Gräben geleitet und mit Hilfe von kleinen Stauwehren über die Wiesen verteilt. Wegen eines relativ großen personellen und finanziellen Arbeitsaufwands sei die Wässerwiesennutzung ab Anfang des 20. Jahrhunderts deutschlandweit fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Um diese alten Kulturtechnik stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, hatten die Wässerverbände von Nürnberg/Schwabach und Forchheim und die Wasserradgemeinschaft in Möhrendorf eine Interessensgemeinschaft für die Bewerbung als immaterielles Kulturerbe gebildet.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Immaterielles Kulturerbe

Kultur.erben Katalogcover
2018 rief die EU-Kommission das Europäische Jahr des immateriellen Kulturerbes aus und erinnerte damit an die Traditionen und Brauchtümer der Menschheit. Der Lagois-Fotowettbewerb des Evangelischen Presseverbands für Bayern hat das Thema aufgegriffen. Nun ist neben der Leihausstellung KULTUR.ERBEN auch der Fotokatalog erhältlich.

Handwerkstradition

Türme des Ulmer Münster
Im Mittelalter galten Bauhütten als Schaltzentrale für all jene, die am Bau einer Kathedrale beteiligt waren. Heute garantieren sie das Fortbestehen großer Bauwerke. Um das Bauhüttenwesen zu schützen, haben es fünf europäische Länder für das UNESCO-Register "Guter Praxis zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes" nominiert.

Kulturerbe

Viktualienmarkt München
Das Augsburger Friedensfest, die Agnes-Bernauer-Festspiele Straubing und die Schafhaltung sind seit März 2018 in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Der Münchner Viktualienmarkt zählt schon seit 2017 zum immateriellen Kulturerbe - und die Händler sind stolz darauf.