Augmented Reality
Die junge Generation ansprechen und den Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau eindrücklich verändern: Das ist das Ziel der neuen Augmented Reality App ARt, die jetzt vorgestellt worden ist. Wir waren vor Ort und erklären, wie die App funktioniert – und was das Besondere daran ist.

Ob die Geschwindigkeitsanzeige in der Frontscheibe im Auto, oder die Suche nach virtuellen Pokémon aus dem Videospiel in der realen Umgebung – die Technik Augmented Reality ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Alltag. Unter "Augmented Reality", wörtlich: "erweiterte Realität", versteht man die Ergänzung von realen Eindrücken durch computergesteuerte Zusatzinformationen.

KZ-Gedenkstätte Dachau mit neuer Handy-App

Auf dieser Grundlage hat das Berliner Unternehmen "Zaubar" die Handy-App ARt programmiert, die jetzt Besucher*innen in der KZ-Gedenkstätte Dachau nutzen können. Der Name ARt setzt sich zusammen aus der Abkürzung AR für Augmented Reality und dem englischen Wort für Kunst "art".  

Das Prinzip von AR ist, dass die eigenen Sinneseindrücke der Menschen nicht ersetzt werden, sondern nur erweitert.

Was vor allem an einem historischen Ort wie der KZ-Gedenkstätte Dachau ein wesentliches Kriterium sei, wie Projektleiterin Nicole Streng betont: "Gerade an diesem Ort ist es besonders wichtig, dass wir immer wissen, wo die Grenze ist zwischen dem Hier und Jetzt und der historischen Vergangenheit des Ortes. Und dass die Menschen diese Grenze wahrnehmen und spüren."

Häftlingszeichnungen in Augmented Reality

Ein wichtiger Bestandteil der App sind Ausschnitte aus Zeichnungen, die Häftlinge in Dachau angefertigt haben. Diese sind an verschiedenen Standorten auf dem Gelände der Gedenkstätte in der App abrufbar und immer mit ihrem geschichtlichen Kontext versehen.

Zusätzlich zur App, die kostenlos im App-Store und Google Play Store erhältlich ist, will die Gedenkstätte Anfang Oktober ein Angebot online veröffentlichen:  "Auch Menschen, denen es nicht möglich ist, den Ort persönlich zu besuchen, wollen wir die Möglichkeit geben, die App zu nutzen", sagt Nicole Streng.

Außerdem ist die Website in einfacher Sprache konzipiert, um auch Menschen mit eingeschränkten Deutsch-Kenntnissen die Möglichkeit zu bieten, das Angebot zu nutzen. 

So funktioniert die App in der Gedenkstätte

Die App besteht aus fünf Standorten, die über das Gelände der KZ-Gedenkstätte verteilt sind. Die interaktive Tour über das Gelände mit der App dauert eine Stunde.

Auf dem gesamten Gelände der Denkstätte sind Marker angebracht, auf denen ein OR-Code abgebildet ist, den man entweder mit dem Handy oder dem Tablet scannen kann. "Nachdem man den QR-Code gescannt hat, leitet die App die Nutzer*innen direkt auf eine virtuelle Straße, die sie zum jeweiligen Ereignis führt", erklärt Stefan Marx, einer der Entwickler der neuen App.

Erstes Feedback ist positiv

Neben eingeblendeten Häftlingszeichnungen können die Nutzer*innen auch Audiodateien oder Untertitel abspielen, so dass sie auch von Hörgeschädigten genutzt werden kann.

Ziel der neuen App sei es, die junge Generation einzubinden und den Besucher*innen die Geschichte der Häftlinge im Konzentrationslager näher zu bringen, sagt Nicole Streng. In der Testphase der App habe es bereits positive Rückmeldungen gegeben: Benutzer*innen der App berichteten demnach, dass sie dank Augmented Reality einen besseren Zugang zum Thema finden konnten. 

 

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