Flüchtlinge
Kurz vor der Wahl sei das Thema Asyl trotz der Situation in Afghanistan in den Hintergrund geraten, kritisiert "Matteo - Kirche und Asyl". Die Forderung des Vereins: Eine Rückkehr zu einer Asylpolitik, "geprägt von humanitären und christlichen Werten".
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Der Verein "Matteo - Kirche und Asyl" hat eine Wende in der Asylpolitik gefordert. "Wir brauchen eine Rückkehr zu einer menschlichen Asylpolitik, geprägt von humanitären und christlichen Werten", heißt es in einem Zehn-Punkte-Forderungskatalog, den der Verein jetzt veröffentlicht hat.

Kurz vor der Wahl sei trotz der Vorkommnisse in Afghanistan das Thema "Asyl" wieder in den Hintergrund geraten, kritisierte Matteo-Vorsitzender Stephan Theo Reichel.

"Matteo - Kirche und Asyl": Deutschland muss faires Asylland werden

Deutschland müsse, gerade wegen der eigenen Geschichte, ein faires Asylland werden, sagte Reichel und ergänzte: Er hoffe, dass ein neuer Bundestag und eine neue Regierung eine menschlichere Asylpolitik etabliere, "ohne unser Land und die deutsche Gesellschaft zu überfordern".

Matteo schlägt ein "Kompetenzzentrum zur Analyse und Vermeidung von Fluchtursachen" bei der Bundesregierung vor. Fluchtvermeidung solle professionell angegangen werden und sich nicht "in Gerede und im Bau von Grenzzäunen erschöpfen", sagte Reichel. Er plädierte auch für begleitete und organisierte Rückkehrprojekte in sichere Länder, "statt brutaler Abschiebungen".

Unterbringung im kleineren Stil statt Massenunterkünften

Der Verein will, dass die Bemühungen zur Integration verstärkt werden und alle Geflüchtete von Beginn dabei einbezogen werden. Asylsuchende sollten privat oder in kleineren staatlichen Unterbringung statt in Massenunterkünften wie den Ankerzentren untergebracht werden, hieß es. Auch das würde die Integration unterstützen.

Der Verein fordert aber auch, den Leiter des Bundesamts (BAMF) für Migration, Hans-Eckhard Sommer, abzusetzen und die Behörde umzustrukturieren. Der Behördenleiter sei für viele falsche Bescheide nicht nur zu Afghanistan und eine hohe gerichtliche Aufhebungsquote verantwortlich, hieß es.

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