Hartz IV

"Kirche in Bayern": Nachhaltigkeit

Jeden Tag werden tonnenweise Obst, Gemüse und viele andere Lebensmittel weggeworfen, die noch gut wären. Mittlerweile gibt es allein in Bayern an 169 Orten eine Tafel, wo diese "geretteten" Waren an Bedürftige verteilt werden. Eine der ersten war die "Münchner Tafel". Schon seit 20 Jahren werden jeden Dienstag in der evangelischen Laetare-Gemeinde in Neuperlach Lebensmittel verteilt. "Kirche in Bayern" hat die Ehrenamtlichen einen Tag lang begleitet.

Kommentar

Geld Spende Tisch
Das bayerische Bündnis "Rechte statt Reste" hat sich bei einer UN-Sitzung in Genf Ende September dafür eingesetzt, dass das Existenzminimum in Deutschland neuberechnet wird. Warum das wichtig ist - vor allem für die Einhaltung der Menschrechte, kommentiert Philip Büttner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), der als Vertreter der Initiative in die Schweiz gereist war.

Bayerisches Bündnis bei UN in Genf

Philip Büttner
Als Vertreter des bayernweiten Bündnisses "Rechte statt Reste" spricht Philip Büttner vom evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) am Montag 24. September 2018 vor einem UN-Ausschuss in Genf, der die Einhaltung des UN-Sozialpakts in Deutschland überprüft. Der Soziologe plädiert im Namen von Kirchen und Gewerkschaften für höhere Hartz-IV-Sätze und ein transparenteres Berechnungsverfahren.

UN-Sozialpakt in Deutschland

Armut Geldschein Hände
7 Millionen Menschen in Deutschland erhalten Hartz IV, davon 2 Millionen Kinder. Viele dieser Menschen sind arm: Sie können kein vollwertiges Essen kaufen, den Strom nicht bezahlen, haben kein Geld, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Seit Jahren kritisiert die Diakonie Bayern, dass der Regelsatz von Hartz IV zu niedrig ist. Jetzt kämpft sie mit dem bayerischen Bündnis "Rechte statt Reste" bei einer UN-Sitzung in Genf für eine Neuberechnung des Existenzminimus.

Bildungschancen

Mehr als eine Million Kinder sind auf staatliche Leistungen für die Anschaffung von Schulbedarf angewiesen. Kinder aus Hartz-IV-Haushalten bekommen pauschal 100 Euro im Jahr. 70 Euro gibt es zum Beginn des Schuljahres. Für ABC-Schützen reicht das gerade mal, um einen Schulranzen zu kaufen. Damit diese Kinder nicht von Anfang an benachteiligt werden, gibt es die "Aktion Schultüte"