15.01.2019
Umweltschutz

Bündnis wirbt mit Sauerstoff-Bistro für saubere Luft und Umweltschutz

Wer in der Stadt rausgeht an die "frische Luft", inhaliert dank hochmotorisierter Luftverpester eine ordentliche Nase Stickoxid- und Feinstaubqualm. In einem Regensburger "Sauerstoff-Bistro" gibt es daher nun saubere Luft zum Snacken.
Auspuff

Statt Leberkässemmel oder Salatteller können Regensburger in einem neuen Imbiss in der Altstadt saubere Luft snacken. Feinschmecker könnten sich in dem Pop-Up-Sauerstoff-Bistro, das am Donnerstag (17. Januar) vor dem alten Rathaus stehen wird, mit stickoxid- und feinstaubfreier Luft Urlaub für die Bronchien gönnen, wirbt der Veranstalter, die Aktionsplattform Verkehrswende, für die satirische Aktion. Und wer es eilig hat, bekommt die "gute Luft to go" in Flaschen zum Mitnehmen. Veronika Zeichinger verrät im Gespräch, worum es dem Zusammenschluss aus Vertretern verkehrspolitisch engagierter Gruppen, Naturschützern und Politikern aus Regensburg mit der Aktion geht.

Frau Zeichinger, Sie wollen den Regensburgern am Donnerstag in einem "Pop-Up-Sauerstoff-Bistro" saubere Luft verkaufen. Warum?

Veronika Zeichinger: Wir von der Aktionsplattform Verkehrswende setzen uns für nachhaltigen Vekehr, saubere Energie und gute Luft in und um Regensburg ein. Die Luftreinheit in Regensburg ist nicht optimal und stellt eine gesundheitliche Gefahr für Menschen mit Atemproblemen, Kinder und alte Menschen dar. Darauf wollen wir mit unserer satirischen Aktion aufmerksam machen.

Was erwartet Besucher Ihres Bistros konkret?

Zeichinger: In unserem Sauerstoff-Bistro können sich die Regensburger eine kleine Auszeit von der schlechten Stadtluft gönnen. Sie können auf Bänken Platz nehmen und die Luft wird dank Druckluftversorgung im Zelt besser sein als außerhalb. Zur Stimmungsaufhelleung in der grauen Jahreszeit wird es zusätzlich eine Lichtinstallation mit bunten LED-Lichtern geben. Und für alle, die keine Zeit zum Verweilen haben, bieten wir ein paar Flaschen "Frische Luft to go" an. Außerdem sammeln wir Unterschriften für die Petition Initiative "Bessere Luft für Regensburg", die im Februar endet und dann an die stellvertretende Oberbürgermeisterin übergeben werden soll.

Hat Ihre Aktion Vorbilder?

Zeichinger: Bei unserem Treffen hatte eines unserer Mitglieder von einer derartigen Lokalität in Kattowice erzählt, der polnischen Kohlestadt, in der die vergangene Klimakonferenz stattgefunden hat. Das haben wir gerne aufgegriffen und fanden es eine gute Nachfolge-Idee für unsere Aktion vom Januar. Da haben wir das erste Regensburger Hust-Konzert auf der Treppe des Alten Rathaus veranstaltet.

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