22.10.2019
Ökumene in Augsburg und Schwaben

Neuer Ökumenebeauftragter Kreiselmeier: Kirche muss hörbarer werden

Die Ökumene ist kein Selbstläufer und doch gut aufgestellt. Davon ist der Augsburger evangelische Pfarrer Frank Kreiselmeier überzeugt, der am 18. Oktober in einem Gottesdienst von Regionalbischof Axel Piper in sein neues Amt als Ökumenebeauftragter im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben eingeführt wurde.
Pfarrer Frank Kreiselmeier ist neuer Ökumenebeauftragter im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben

Der 57-jährige Theologe Frank Kreiselmeier will im Kirchenkreis Ansprechpartner in Sachen Ökumene sein, wie er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst epd sagt. Und "erreichbar sein für alle, nicht nur auf Kreis- und Dekanatsebene, sondern hinunter bis in die Gemeinden".

Kreiselmeier, der in Rothenburg ob der Tauber geboren wurde, will in seinem neuen Amt erstmal eruieren, "was die ökumenischen Anliegen vor Ort sind".

Es gebe vor allem an der Basis ein sehr gutes ökumenisches Zusammenleben, betont der Theologe. Gerade in Augsburg gebe es nicht nur "sehr gute bilaterale, sondern auch sehr gute multilaterale ökumenische Beziehungen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen", sagte Kreiselmeier. "Wir haben hier, aber auch in anderen Dekanaten viele Projekte miteinander auf den Weg gebracht, das soll so weitergehen", sagte der an der Augsburger St. Ulrichskirche zusammen mit seiner Frau Kathrin Ballis-Kreiselmeier wirkende Stadtpfarrer.

"Wenn man Ökumene lebt, gibt es keine harten, unüberwindlichen Brocken", sagt Kreiselmeier. Dennoch müssten die Kirchen "stetig und ständig weiterarbeiten und im Gespräch bleiben über Verbindendes und Trennendes". Nach Ansicht des Theologen geht in der Gesellschaft das Wissen um die Funktion der Kirchen zunehmend verloren. "Es wird immer weniger wahrgenommen, was Kirchen auch in ihrem Miteinander für eine Rolle in der Gesellschaft spielen und wo sie überall tätig sind", sagt Kreiselmeier. "Deshalb müssen wir uns stärker gemeinsam mit unseren Anliegen hörbar und bemerkbar machen."

Er erlebe es als "großen Reichtum, die christlichen Kirchen und Gemeinschaften mit ihren Besonderheiten kennenlernen zu dürfen", freut sich Kreiselmeier auf seine neue Aufgabe.

Ökumene heiße für ihn deshalb auch, "an den Freuden und Sorgen der anderen Kirchen Anteil zu nehmen".

Kreiselmeier hat zunächst Geschichte und Politik in Würzburg studiert und danach Theologie in Neuendettelsau, München und Marburg. Bevor er seine Pfarrstelle in Augsburg im Jahr 2001 antrat, war er von 1995 bis 2001 Pfarrer im unterfränkischen Thüngen. Sein Vikariat absolvierte er im mittelfränkischen Obernzenn-Unteraltenbernheim.

Der Kirchenkreis Augsburg und Schwaben

Der evangelische Kirchenkreis Augsburg und Schwaben umfasst das bayerische Schwaben und reicht von den Allgäuer Alpen und dem Bodensee im Süden bis ins Donau-Ries im Norden. In den sieben Dekanaten des Kirchenkreises leben etwa 266.000 evangelische Christen in 156 Kirchengemeinden. Trotz der religionsgeschichtlichen Bedeutung der "Lutherstadt" Augsburg gehörten die Evangelischen im bayerischen Schwaben lange Zeit zum Kirchenkreis München-Oberbayern. Ein eigener schwäbischer Kirchenkreis wurde erst 1971 gegründet, weil die evangelischen Gemeinden teilweise durch Zuzüge stark gewachsen waren. Heute gibt es in Bayern sechs Kirchenkreise, an deren Spitze ein Regionalbischof oder eine Regionalbischöfin steht. Im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben ist dies aktuell Regionalbischof Axel Piper.

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