Kirche
Der Strafbefehl gegen den wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten evangelischen Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden ist erlassen worden. Die Hintergründe zu dem Fall.

Der Strafbefehl gegen den wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten evangelischen Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden ist erlassen worden.

Der Verurteilte erhält demnach eine Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung, sagte Amtsrichter Peter Neuner dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch. Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig.

Der Pfarrer könne diesen annehmen oder Einspruch einlegen. Sollte er den Strafbefehl nicht akzeptieren oder sein Geständnis widerrufen, komme es doch noch zu einer öffentlichen Hauptverhandlung, so der Tirschenreuther Richter.

Pfarrer soll sein Beratungsverhältniss ausgenutzt haben

Die Anklage lautete auf sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses. Dem Pfarrer wird zur Last gelegt, die Situation gegenüber einer volljährigen jungen Frau ausgenutzt zu haben.

Dabei sei es laut Staatsanwaltschaft zu "einvernehmlichen sexuellen Handlungen" an verschiedenen Orten im Frühsommer 2019 gekommen. Ein erstes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestand. Erst 2020 wurde das Verfahren wieder aufgenommen.

Der Angeklagte wurde des Dienstes enthoben

Die Staatsanwaltschaft hatte angeboten, das Verfahren in einen Strafbefehl umzuwandeln. Dem hatte der Beschuldigte bislang über seinen Anwalt zugestimmt.
Der Pfarrer war bereits am 22. Dezember 2020 nach Bekanntwerden der Anklage durch die Disziplinarkammer der Landeskirche des Dienstes enthoben worden.

Unabhängig vom staatlichen Verfahren steht laut Dekan Thomas Guba, dem Dienstvorgesetzten des Pfarrers, noch ein kirchliches Disziplinarverfahren aus. Die Ermittlungsergebnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft fänden im kirchlichen Verfahren Eingang. 

Weitere Artikel zum Thema:

Sexueller Missbrauch

Als Kind und Jugendlicher wurde Max Ciolek (61) über acht Jahre von einem katholischen Priester missbraucht. Erst mit Mitte 30 sei ihm selbst bewusst geworden, dass das, was er erlebt hatte, als schwerer sexueller Missbrauch einzustufen ist, erzählt Ciolek im Gespräch.

„Sonntags“ – Der kompakte Überblick

Starten Sie mit unserem Newsletter in die Woche.

 
Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.*