EKD-Ratsvorsitzender und Landesbischof
Der bayerische Landesbischof und scheidende EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm kündigt zwei neue Aktivitäten an. Zum einen wird er ab sofort Radio-Andachten abhalten. Zum anderen spricht er kommendes Jahr beim Psychotherapie-Kongress in Würzburg.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gehört ab sofort zum Autor*innen- und Sprecher*innen-Team der Radioandachten "Nachgedacht" auf Antenne Bayern. Im wöchentlichen Wechsel geben katholische und evangelische Sprecher*innen einen rund einminütigen geistlichen Impuls kurz vor den 22-Uhr-Nachrichten, sagte Christine Büttner von der Evangelischen Funk-Agentur (efa) am Dienstag. Büttner ist aktuell für die evangelische Verkündigung in den Privaten Medien in Südbayern und damit auch für "Nachgedacht" auf Antenne Bayern zuständig.

Bedford-Strohm wird zutiefst menschliche Themen ansprechen

Jeweils montags bis donnerstags und noch einmal sonntags würden dabei zutiefst menschliche Themen angesprochen, oder die Sprecher*innen beziehen sich auf ein aktuelles gesellschaftliches, soziales oder politisches Geschehen. Vier Pfarrer, eine Pfarrerin und ein Diakon bilden bisher das evangelische "Nachgedacht"-Autoren-Team. Dass Bedford-Strohm nun dazustößt, sei auch auf ausdrücklichen Wunsch der Chefredaktion von Antenne Bayern geschehen, hieß es. Der Landesbischof hatte bereits Mitte Juli dieses Jahres erstmals "Nachgedacht"-Andachten übernommen, sagte Büttner.

Bedford-Strohm selbst sagte der Mitteilung zufolge, er sei sehr froh über die Möglichkeit, übers Radio viele Menschen mit christlichen Themen erreichen zu können. Die "Nachgedacht"-Impulse werden von der efa für Antenne Bayern produziert. Die efa gehört zum Evangelischen Presseverband (EPV) für Bayern. Der EPV ist das zentrale evangelische Medienhaus im Freistaat mit Sitz in München und Regionalredaktionen in allen Kirchenkreisen.

Lösungsansätzen aus Sicht der Psychotherapie und des christlichen Glaubens

Außerdem ist Bedford-Strohm einer der Hauptreferent*innen beim 11. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge vom 1. bis 4. Mai nächsten Jahres in Würzburg. Unter dem Motto "Zukunftssicher - Wenn Angst und Polarisierung auf Hoffnung und Liebe treffen" will die veranstaltende Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) aus Bad Homburg "dem zur Zeit dominierenden Thema Angst" mit "Lösungsansätzen aus Sicht der Psychotherapie und des christlichen Glaubens" begegnen, sagte APS-Chef Martin Grabe.

Bei dem Kongress finden mehr als 100 Veranstaltungen statt, es werden mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet. Die Referentinnen und Referenten gäben dabei "praktische Tipps für fundierte Lebenshilfe zu fast allen Lebensfragen", heißt es in der Ankündigung. Mit Blick aufs Tagungsmotto sagte Grabe, bei dem viertägigen Kongress würden "Wurzeln der Angst aufgezeigt", wie etwa die Corona-Pandemie oder der Klimawandel, und wie Psychotherapie und Seelsorge dagegen helfen könnten. Es gehe auch um eine "kritische Analyse" von "Zeitphänomenen" wie Ideologisierungen und Populismus.

Die APS ist ein Verein und will konfessionsübergreifend christliche Psychotherapeut*innen und Seelsorger*innen miteinander in konstruktive Fachgespräche bringen. In die Kritik war die APS im Jahr 2009 wegen der Beteiligung dreier "Homoheiler" an ihrem Kongressprogramm in Marburg geraten. Diese drei Referenten hatten Kritikern zufolge die These vertreten, dass Homosexualität sündhaft und heilbar sei. Davon hatte sich die APS zwischenzeitlich distanziert. Auch 2019 hatte es rund um den und am Veranstaltungsort in Würzburg Proteste und Schmierereien gegeben.

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