Manchmal entsteht etwas Großes aus einer kleinen, ziemlich alltäglichen Situation: Kinder liegen abends wach, der Kopf ist voll, und irgendwann kommt diese Frage, auf die man als Vater nicht mal eben eine halbwegs kluge Antwort aus dem Ärmel schütteln kann.

Die Idee zu "Yascha fragt" spukte schon im Mai 2022 in unseren Köpfen herum. 2023 haben wir die ersten Aufnahmen gemacht – und 2026 sind wir beim Finale angekommen. Und ja: Da ist Wehmut dabei. Vier Jahre sind eine lange Zeit, wenn man sie an einem Kind misst. Aus dem sechsjährigen Yascha ist fast ein Teenie geworden, ein zehnjähriger Yascha, mein Sohn.

Kind fragt, Pfarrer antwortet

"Yascha fragt" war von Anfang an simpel – und genau deshalb stark: Kind fragt, Pfarrer antwortet. Ohne über Kinder hinwegzureden, ohne frommen Nebel. Kurze Folgen, große Themen: Gott, Glaube, Tod, Streit, Glück, Angst, Hoffnung. Das Format hat seinen Weg gefunden, erst online, dann bayernweit im Radio. Wir bekommen viel positives Feedback. Und jetzt gibt es sogar eine CD mit ausgewählten Folgen.

Ein riesiges Danke geht an die MUT-Initiative der Landeskirche, vor allem an Michael Wolf und Jochen Nitz, die uns immer so wunderbar unterstützt haben. Mir wird das fehlen. Aber man muss auch aufhören, wenn es am schönsten ist.

Hannes hat sich auch Gedanken zur 100. Folge gemacht:

Zur hundertsten Folge haben wir die Rollen getauscht: Ich habe gefragt "Wie sieht Gott aus?" und Yascha antwortete. Nach hundert Folgen glaube ich, dass er genug dafür weiß. Was er gesagt hat, müsst Ihr Euch selbst anhören.

Ich kann aber erzählen, wie alles angefangen hat.

Erstmal muss ich eins klarstellen: Ich hasse Sprachnachrichten. Wenig nervt mich so sehr. Mein Kumpel Micha, Sonntagsblatt-Redakteur, kommuniziert hauptsächlich über Sprachnachrichten. Das stellt unsere Freundschaft manchmal auf die Probe.

Eines späten Abends bekam ich eine Sprachnachricht von Micha. Natürlich hörte ich sie trotzdem an – es könnte ja etwas Dringendes sein. Vielleicht hatte Micha sich beide Arme in der Lehne seines Lieblings-Fernsehsessels eingeklemmt und konnte nur noch mit der Nase eine Nachricht aufnehmen – oder so.

Es war aber eine viel süßere Nachricht: Seine Kinder konnten nicht einschlafen und hatten Fragen über Gott. Da bin ich als evangelischer Pfarrer schon ein gutes Gegenüber. Meine Jahre als Religionslehrer und auf den Bühnen als Kabarettist haben mich geschult, nicht verschwurbelt und hochgestochen, sondern einfach und menschennah zu antworten. Also habe ich per Sprachnachricht geantwortet. Dann kam schon die nächste Frage. Brav habe ich auch darauf geantwortet – und so ging es weiter. Irgendwann waren die Kinder zufrieden, es kam keine Nachricht mehr, und alle schliefen. Aber eine Idee war geboren: Wie wäre es, wenn mir Yascha als Ältester in einem Kurz-Podcast Fragen stellt und ich sie beantworte?

Die erste Probefolge – auch zur Frage "Wie sieht Gott aus?" – war schon so rund, süß und tiefgehend, dass wir überall offene Türen fanden: bei der Landeskirche, die uns gerne unterstützte, beim Sonntagsblatt und dem EPV, die gerne mitmachten. Danke an alle Kooperationspartner, auch an die Radiostationen, die uns inzwischen spielen.

Ich griff auf den großen Fundus von Fragen zurück, die nicht nur Yascha, sondern auch meine Nichten und Neffen, Schüler*innen, Konfis und ich selbst mir gestellt hatten. Yascha wurde ein wunderbarer Dialogpartner und brachte sein ganzes Wesen mit viel Witz und Augenzwinkern ein. Ohne ihn hätte das Projekt nicht funktioniert – er stellte sogar gern seinen Namen dafür zur Verfügung.

Die Mediengestalter-Gene hat er wohl von seinem Papa geerbt: Micha nahm alles auf, schuftete hinter den Kulissen, schnitt und verantwortete die Öffentlichkeitsarbeit. Wir freuten uns, regelmäßige Termine zum Projekt zu haben und dabei auch ein bisschen Freundschafts-Zeit. Ein fast wöchentlicher Podcast – auch wenn jede Folge nur kurz ist – bedeutete Texte schreiben während der Ferien, Aufnehmen am Wochenende und Schneiden in der Nacht. Wir danken unseren Familien, dass sie uns dabei so unterstützt haben.

Jetzt sind zweieinhalb Jahre und 100 Folgen von "Yascha fragt" vorbei. Es war ein großartiges Projekt. Für mich war es eine wunderbare Chance, meine Sicht auf Gott, Welt und Glauben so zu verkünden, dass sie auch ein inzwischen zehnjähriger versteht. Es geht bestimmt irgendwie weiter: Immer noch trudeln Fragen ein ("Yascha fragt" läuft ja auch im Radio), und wir überlegen Antwort-Sonderfolgen.

Es hat Spaß gemacht, Fragen zu beantworten, die sicher nicht nur Yascha beschäftigen. Ich bin mir immer noch sicher, dass in der heutigen Zeit, in der Glaubensthemen nicht mehr so – im wahrsten Sinne des Wortes – gefragt sind, auch die "Großen" von den Antworten profitieren. Jesus sagt ja: "Werdet wie die Kinder." Hört mit Euren Kindern oder dem eigenen inneren Kind gemeinsam die Folgen an – und wenn Ihr weitere Fragen habt, könnt Ihr Euch gern melden.

Danke, Yascha. Danke, Micha. Danke, Gott, dass Du mir dieses tolle Projekt ermöglicht hast.

Und jetzt viel Spaß bei der letzten Folge – und allen weiteren, die ihr euch anhört. Denn sie sind auch beim wiederholten Mal sehr hörenswert.

Während ich diesen Text schreibe, sitze ich gedanklich schon wieder am Schnitt. Ich höre Yaschas Stimme, die in diesen Jahren nicht nur älter, sondern auch sicherer geworden ist.

Folge 100 ist deshalb nicht nur ein Schlussstrich. Sie ist für mich ein Blick zurück auf vier Jahre. Mir wird es fehlen. Aber wenn etwas so rund geworden ist, darf es auch enden, ohne dass man es künstlich verlängert. "Yascha fragt" bleibt – als Folgenarchiv, als CD und als Erinnerung daran, dass die besten Fragen oft abends kommen, wenn eigentlich schon längst Schlafenszeit wäre.

Podcast für Kinder über Gott, Glaube und Religion

"Yascha fragt" ist ein Podcast für Kinder – und ihre Eltern. Der achtjährige Yascha stellt Pfarrer Hannes Schott wichtige Fragen des Lebens: Warum gibt es Gott? Was ist Glauben? Und wieso gibt es Kirchen? Der Podcast "Yascha fragt" erscheint jeden Sonntag um 9 Uhr.

Hier könnt Ihr den Podcast "Yascha fragt" anhören:

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Die CD zum beliebten Podcast "Yascha fragt" bringt religiöse und theologische Fragen auf den Punkt – verständlich, ehrlich und berührend. Das Besondere an dieser Serie ist das einfache, aber wirkungsvolle Konzept: Zwei Menschen im Gespräch. Der Sohn fragt, der Pfarrer erklärt, der Vater hört zu, staunt und hält die Gedanken fest. Und am Ende lernen alle etwas dazu.

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