Juden in Deutschland
Dieses Jahr gibt es das Judentum in Deutschland 1700 Jahre. Gut ist: Jüdisches Leben verzeichnet einen deutlichen Anstieg, auch in Bayern. Schlecht dagegen: Antisemitistische Straftaten nehmen zu.
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Koscheres Essen.

An der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nimmt eine Arbeitsgruppe "Judentum in Bayern in Geschichte und Gegenwart" ihre Arbeit auf. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt werde jüdische Geschichte und Kultur in Bayern erforschen und ihre die Ergebnisse gezielt einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, teilte die Akademie der Wissenschaften am Mittwoch mit.

Jüdische Kultur ist in Bayern sichtbar 

Die sogenannte "Ad hoc-Arbeitsgruppe" starte vor dem Hintergrund, dass im Jahr 2021 das Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland begangen wird und in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland und Bayern ein deutlicher Anstieg jüdischen Lebens zu verzeichnen sei, so die Akademie. Zugleich nehme seit einiger Zeit aber auch die Zahl antisemitischer Vorfälle zu.

Die jüdische Geschichte Bayerns sei fast überall im Freistaat sichtbar: von den mittelalterlichen jüdischen Grabsteinen, die sich als Baumaterial in frühneuzeitlichen Häusern in Regensburg finden ließen, über die Judengassen in zahlreichen Orten bis zu restaurierten oder verfallenen Landsynagogen in Franken und Schwaben, erklärte Projektleiter Michael Brenner, Lehrstuhlinhaber für jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München und Chair für Israelstudien an der American University (Washington D.C.).

Der FC Bayern und der Freistaat Bayern haben jüdische Gründer 

"Der Begründer des Freistaats Bayern war ebenso jüdisch wie der Präsident und Trainer des FC Bayern München bei seiner ersten deutschen Meisterschaft 1932", erläuterte Brenner. Die Ad hoc-AG werde deshalb ein breit angelegtes Bild jüdischen Lebens in Bayern bis in die Gegenwart erarbeiten und mit Podcasts, Videos und interaktiven Karten der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften widmet sich in Ad-hoc-Arbeitsgruppen Fragen von hoher gesellschaftlicher Relevanz, heißt es in der Mitteilung. Die Akademie ist unter anderem Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung. Sie fördert wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern in ihrem Jungen Kolleg.

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