"Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu" – die Jahreslosung 2026 aus der Offenbarung wählte Buckel bewusst als Motto für ihren Beginn. Und ja, "alles neu" klingt in der Kirche manchmal wie "alles komplizierter". In Bamberg ist es gerade vor allem eins: dringend nötig.
Denn die Stelle war seit September 2025 unbesetzt. Zuvor hatte Sabine Strelov diese Aufgabe über viele Jahre geprägt. Nun setzt das Dekanat auf eine Lösung aus den eigenen Reihen: Buckel war bislang als Dekanatsjugendreferentin für die Stadtregion 1 und 2 tätig. Dort hat sie vor allem die Konfirmand*innenarbeit regional weiterentwickelt, gemeinsam mit Gemeinden geplant und praktisch umgesetzt. Ziel war, dass Gemeinden stärker zusammenarbeiten und voneinander profitieren, statt jede für sich das Rad neu zu erfinden.
Neuer Zuschnitt: Geschäftsführung und Basisarbeit
Künftig übernimmt sie mit einer halben Stelle die Geschäftsführung der Evangelischen Jugend (EJ) im gesamten Dekanat Bamberg. In dieser Funktion soll sie intern koordinieren und nach außen vertreten – in einer Phase, die von Umstrukturierungen und "tiefgreifenden Veränderungsprozessen" geprägt ist.
Die andere Hälfte ihrer Arbeitszeit bleibt bewusst in der direkten Praxis: Buckel arbeitet weiterhin vor Ort in der Konfirmand:innen- und Jugendarbeit der Gemeinden Memmelsdorf-Lichteneiche und Auferstehung.
Dekanin Hirschmann: "Alles neu kann Stress erzeugen"
In ihrer Ansprache nahm Dekanin Sabine Hirschmann den Spannungsbogen des Mottos auf. "Alles neu" sei nicht nur Verheißung, sondern könne "auch ganz schön Stress erzeugen". Veränderungen kosteten Kraft – besonders dann, "wenn man losgehen muss, ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt". An Buckel erlebe sie jedoch "viel Gottvertrauen", eine große Liebe zu den Menschen und spürbare Lust, an der Kirche der Zukunft mitzubauen. Buckel frage danach, "was für junge Menschen das Beste ist und welche Veränderungen es dafür braucht", so Hirschmann. Sie dankte der Diakonin für "Aufbruchsmut, Geduld und Hoffnungsstärke".
Zugleich machte Hirschmann deutlich, worauf es in der neuen Rolle ankommt: Haushaltspläne, Abrechnungen und Organisation seien nur ein Teil. Mindestens ebenso wichtig sei es, mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu sein, die Evangelische Jugend innerlich zu stabilisieren, sie nach außen sichtbar zu machen – und jungen Menschen zu vermitteln: "Wir haben eine gute Botschaft für euch." Für diese Aufgabe bringe Buckel Struktur, Überblick, Organisationskompetenz, Zuverlässigkeit und Kommunikationsstärke mit. Außerdem, betonte die Dekanin, Transparenz im Denken und Handeln, ansteckende Fröhlichkeit und "ein Herz für Menschen".
"Ich hab Bock": So klingt Motivation
Buckel selbst formulierte ihre Motivation so direkt, wie man es in einem Einführungsgottesdienst nicht jeden Sonntag hört: "Ich hab Bock!" Und zwar darauf, "junge Menschen im Blick zu haben, sie ein Stück dabei zu begleiten, Mut zu entwickeln" – Mut zur eigenen Meinung und zur Verantwortung. Vieles aus ihrer bisherigen Arbeit nehme sie mit, sagte Buckel. Hirschmann griff das augenzwinkernd auf: "Die alte Anne" bringe Erfahrungen mit, die der "neuen Anne" in der Geschäftsführung sehr zugutekämen.
Wechsel auch im wichtigsten Jugendgremium
"Alles neu" gilt in Bamberg nicht nur für die neue Geschäftsführung. Im Gottesdienst wurden auch die bisherigen Vorsitzenden der Dekanatsjugendk(l)ammer – dem wichtigsten Gremium der EJ Bamberg – verabschiedet: Lisa Kaden und Peter Wüst. Beide erhielten Dank für ihr großes ehrenamtliches Engagement. Damit wird sichtbar, was sich vielerorts zeigt: Jugendarbeit lebt von Hauptamtlichen, aber sie steht und fällt ebenso mit Ehrenamtlichen, die Verantwortung übernehmen.
Mit Buckels Einführung beginnt im Dekanat Bamberg nun ein "halb neuer Lebensabschnitt" – organisatorisch neu zugeschnitten, inhaltlich mitten in Fragen nach Zukunft, Strukturen und Relevanz. Das gewählte Motto bleibt dabei Anspruch und Trost zugleich: Nicht alles Neue ist bequem. Aber es kann nötig sein. Und manchmal ist es sogar gut, wenn Kirche das auch offen zugibt.