Die Landeskirche muss bald mit weniger Personal und weniger Mitteln auskommen? Was stimmt Sie positiv?
Christian Kopp: Sie lebt mit den Menschen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Wir haben so kreative Leute. Wir haben Menschen, die sich ständig etwas Neues einfallen lassen und ganz nah an den Menschen sind. Das wird weniger. Es gibt weniger Menschen. Aber die Menschen bleiben in ihren Haltungen ja gleich. Deshalb habe ich die große Hoffnung, dass auch mit weniger Menschen und weniger Ressourcen wirksame Arbeit in Bayern geleistet wird.
Uns war wichtig, auf dieser Landessynode Folgendes klarzumachen: Wir schauen ganz nach vorne. Und das tun wir in Verantwortung für die nächste Generation. Wir möchten, dass unsere Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Bedingungen vorfinden, mit denen sie die Kirche gut gestalten können. Deshalb gehen wir jetzt konsequent diesen Weg. Wir bringen eine Landesstellenplanung voran. Wenn die Landessynode zustimmt, wird darin ganz klar sein: Wir wollen in Zukunft in Teams denken.
Wir schlagen einen Begriff der Regionalgemeinde vor, in dem diese Teams dann arbeiten und in dem sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen überlegen. Was wollen wir für die Menschen hier, für die Mitglieder unserer Kirche und für die Menschen in der Region bewegen? Dafür müssen wir natürlich auch die Ressourcen genau kalkulieren. Was können wir in den nächsten Jahren mit den Mitteln, die uns die Mitglieder zur Verfügung stellen, noch erreichen? Das nennen wir wirkungsorientierte Finanzplanung. Da sind wir auf einem guten Weg. Das ist anstrengend. Wir müssen jetzt genauer überlegen, wofür wir das Geld verwenden. Das tun wir gerade. Es wird noch ein herausfordernder Prozess.
Welche Themen sind Ihnen ganz besonders wichtig?
Für unsere Arbeit ist die Frage nach Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von zentraler Bedeutung. Deshalb habe ich das zum Thema gemacht. Der sogenannte neue Wehrdienst ist für uns von hoher Wichtigkeit, weil wir glauben, dass junge Menschen sich in den Diskussionen darum sehr intensiv mit ihren inneren Werten auseinandersetzen werden. Und deshalb brauchen sie gute Beratung.
Ein zweites Thema ist: Wir als Kirche waren immer an der Seite der Schwachen. Wie es in der Bibel heißt: "Wer kommt her zu mir? Alle, die mühselig und beladen sind, sollen zu mir kommen. Ich will euch erfrischen." Deshalb bleibt das Thema Armut, das in Deutschland und auch im reichen Bayern ein sehr verstecktes, aber riesengroßes Thema ist, für Kirche und Diakonie immer ein zentrales Thema unserer Arbeit.
Bayerische Landessynode
- Newsticker: Hier geht es direkt zum Newsticker der Herbsttagung der Landessynode 2025
- Dossier zur Landessynode mit allen Artikeln und Hintergrundinformationen
- Bayern-Evangelisch – alle PDFs und Ansprachen zum Download sowie eine Bildergalerie
- Youtube Sonntags – Interview mit Synodalpräsidentin Preidel und Landesbischof Kopp
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Was ist die Landessynode?
Die Landessynode ist eines der kirchenleitenden Gremien der Kirche, die den Kurs der evangelischen Landeskirche bestimmt. Die 108 Synodalen verabschieden Kirchengesetze, entscheiden in Personalfragen, beschließen den kirchlichen Haushalt und wählen den Landesbischof. Während die Herbsttagungen schwerpunktmäßig den kirchlichen Finanzen gewidmet sind, befasst sich das Kirchenparlament der 2,1 Millionen bayerischen Protestant:innen bei seinen Frühjahrstagungen mit inhaltlichen Fragen.
Das griechische Wort Synode bedeutet "gemeinsamer Weg" und "Versammlung zur Beratung". Die Synodalen werden von den rund 13.000 Kirchenvorstehern der Gemeinden gewählt. Nach dem evangelischen Grundsatz des "Priestertums aller Gläubigen" sind die Mehrzahl der Synodalen Laien, dazu kommen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, aus den theologischen Fakultäten der Universitäten und Jugendvertreter. Außerdem werden Mitglieder berufen, beispielsweise aus Parteien und Verbänden.