Auf die dramatische Situation der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und die hilflose Lage der israelischen Geiseln machen vier Pfarrer*innen der evangelischen Landeskirche seit vergangenen Dienstag in einem offenen Brief aufmerksam.

Sie fordern Theolog*innen und Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern auf, ihr Schreiben mit dem Titel "Für das Leben - gegen die Logik der Gewalt in Israel und Palästina" per Unterschrift im Internet zu unterstützen. Bisher haben 245 Menschen den Appell unterschrieben (Stand Dienstagnachmittag).

Pfarrer: Wir können nicht länger wegsehen

Uda Weidt (Uffenheim), Dörthe Knoch (Ansbach), Ute Böhne und Thomas Amberg (beide Nürnberg) bitten zudem die Kirchenleitung, ihre Forderungen für eine sofortige Waffenruhe in Gaza und die Freilassung aller Geiseln zu unterstützen und gegenüber der Bundesregierung diese Position zu vertreten.

"Wir können nicht länger wegsehen und schweigen angesichts des unvorstellbaren Leids der palästinensischen Zivilbevölkerung", schreiben die Autor*innen der Petition. Sie fordern "die bedingungslose Wiederaufnahme umfassender UN-geleiteter humanitärer und medizinischer Hilfe für die notleidende Bevölkerung".

Ihre Solidarität gelte allen Opfern, Israelis wie Palästinensern. Im Aufruf heißt es, "wir stehen zur Existenz des Staates Israel in den international anerkannten Grenzen". Gleichzeitig stehe man auch "zum Recht des palästinensischen Volkes auf Freiheit, Gerechtigkeit und politische Selbstbestimmung".

Deutschland soll sich an Sanktionen gegen Israel beteiligen

Um politischen Druck gegenüber der gegenwärtigen Regierung Israels aufzubauen, müsse Deutschland sich an Sanktionen im Rahmen der EU-Politik gegenüber Israel beteiligen, fordern die evangelischen Pfarrer*innen.

Dies dürfe nicht "durch eine missbräuchliche Verwendung des Begriffs als 'antisemitisch' diffamiert werden", stellen sie fest.

In ihrem Aufruf räumen die Theolog*innen ein, dass ihre Formulierungen dem einen "zu zahm", anderen "zu scharf" erscheinen werden. Es komme aber "auf ein gemeinsames Zeichen an".

(om/epd)