28.01.2019
Kunst und Religion

Brasilianerin Laura Belém wird "Artist in Residence" im Wildbad

Warum die brasilianische Künstlerin Laura Belém bald nach Rothenburg ob der Tauber zieht.
Laura Belem wird Künstlerin in Rothenburg ob der Tauber
Laura Belem wird "Artist in Residence" in Rothenburg ob der Tauber. Das Werk "short stories" entstand 2016.

Die Brasilianerin Laura Belém ist in diesem Jahr die von einer Fachjury ausgewählte Künstlerin für die "art residency wildbad". Die im Jahr 1974 in Belo Horizonte geborene und international bekannte Künstlerin werde von Mai bis Juli dieses Jahres in der evangelischen Tagungsstätte Wildbad in Rothenburg ob der Tauber leben und arbeiten, teilte das Wildbad mit. Das Projekt "art residency wildbad" findet seit 2017 statt und ist auf mindestens zehn Jahre angelegt. Die Jury lädt jährlich neue Künstler oder Gruppen ein, Kunstwerke auf dem Gelände des Wildbads zu entwickeln, die auf Dauer im dortigen Park bleiben.

Belém studierte in London Design und Kunst, sie hat bereits etliche internationale Stipendien und Auszeichnungen erhalten. So nahm sie beispielsweise an der 51. Kunstbiennale in Venedig teil, außerdem war sie Stipendiatin bei der Triangle Arts Association in Brooklyn, New York. Vergangenes Jahr erhielt sie den Sao Paulo Arte Award. Darüber hinaus war sie bei der renommierten Delfina Foundation in London für drei Monate als "Artist in Residence". Die Brasilianerin ist als vielseitig bekannt, unter anderem ist sie in den Bereichen Installation, Skulptur, Fotografie, Klangkunst, Video und Zeichnung unterwegs.

Laura Belém bezieht Atelier in Rothenburg

Die sechsköpfige Jury würdigte Belém als Künstlerin, die "unerwartete Begegnungen" schaffe, "die die Fantasie der Betrachter aktivieren und eine Möglichkeit der Neubewertung ihrer Beziehungen zur Umgebung und zu sich selbst eröffnen". Der landeskirchliche Kunstreferent Helmut Braun sagte, Belém sei in der Lage, "sich mit einer stark poetischen und assoziativ motivierten Bildsprache auf Orte einzulassen". Sie könne das Charakteristische an Orten erkennen, es aufnehmen und dieses dann ihren Installationen "nicht nur als Hülle oder Hintergrund, sondern als wesentlichen Bestandteil zu eigen machen", sagte der Kirchenrat.

Für die "art residency wildbad" können sich die Künstler nicht bewerben, sie werden von Mitgliedern der Fachjury vorgeschlagen. Das Wildbad stellt neben Kost und Logis für die Künstler sowie die Atelierräume jedes Jahr ein Budget von 30.000 Euro zur Verfügung, hinzu kommen weitere Gelder aus dem Kunstfonds der bayerischen evangelischen Landeskirche sowie von Sponsoren - in diesem Jahr dem "Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst" und dem Kunstfonds Bayern. Bisherige Künstler waren das Nürnberger Duo Böhler & Orendt (2017) und die Bildhauerin Ulrike Mohr aus Berlin (2018).

 

Tipp:

Die Künstlerin wird ihr Werk bei einem Pressetermin am 9. Mai 2019 vorstellen.
Außerdem öffnet sie ihr Atelier am Wochenende vom 22./23. Juni 2019.

Der Link zur Webseite der Künstlerin Laura Belém befindet sich hier.

ShareFacebookTwitterGoogle+Share

Weitere Artikel zum Thema:

Wildbad Rothenburg

Böhler und Orendt möchten am Tag des offenen Denkmals mit den Besuchern über »The Schlock of Glory« reden.
Die Landeskirche und die Evangelische Tagungsstätte Wildbad setzen sich für Gegenwartskunst ein. Mit einem Kunststipendium haben die Künstler Matthias Böhler und Christian Orendt eine Skulpturengruppe geschaffen. In den kommenden Wochen gibt es mehrfach die Gelegenheit, das Duo zu treffen. Unter anderem am Tag des offenen Denkmals am 10. September.