Buchtipp
Bücher über das Lesen – klingt erstmal nicht so spannend? Oh doch. Unsere Autorin ist von Frank Berzbachs "Die Kunst zu lesen" so angetan, dass sie direkt Lust bekommt, noch mehr Bücher zu lesen.
Buchcover von "Die Kunst zu lesen" von Frank Berzbach

Bücher über das Lesen erfreuen mich noch mehr als andere Bücher. Walter Moers findet in seinem Roman "Die Stadt der träumenden Bücher" die schönsten Worte über Bücher, Literatur und den Genuss des Lesens allgemein.

Romane sind wertvolle Kleidungsstücke, die man eine Zeit lang lieben gelernt hat und an die man sich lange erinnert.

Wenn ich in diesem Moment nicht sowieso schon lesen würde, würde ich sofort einen dicken Wälzer aus dem Regal holen. Wiederum eine ganz andere Art von Sehnsucht, Freude und Leselust weckt “Die Kunst zu Lesen” in mir. Frank Berzbach schreibt in seinem Literaturverführer über das Lesen und Bücher, die sein Leben berühren. In 13 Kapiteln sortiert er sein imaginäres Bücherregal ein, das nicht alphabetisch oder farblich sortiert ist, sondern nach Themen: Japan, gehen, Briefwechsel, das Meer, Tee trinken, Musik oder auch Spiritualität.

Lesen ist ein einseitiges Ausspionieren von Menschen, die sich schreibend hingegeben haben.

Bei jedem Kapitel versuche ich am Anfang zu raten, welche Bücher Berzbach wohl erwähnen wird. Nun, was soll ich sagen? Ich habe anscheinend  Nachholbedarf. Berzbach nimmt mich nicht nur auf eine Reise in sein Bücherregal, sondern auch mit zu den Personen, die er mit diesen Büchern in Verbindung bringt.

Einige Romane jedoch sind “ever forever”, mit ihnen geht man eine Langzeitbeziehung ein, bis dass der Tod und scheidet.

Er beschreibt die Bücher so präzise, ohne zu viel zu verraten. Ich bekomme Lust, die Bücher zu lesen, die ich noch nicht kenne und freue mich, zu denen zurückzukehren, die ich schon verschlungen habe.

Was mir persönlich gefehlt hat, ist die für mich unabdingbare Menge an Fantasy und Science-Fiction Literatur. Er beschreibt Buchmenschen als eine ganz besondere Spezies und  ich fühle mich natürlich geschmeichelt, weil ich viele Eigenschaften, die er Buchmenschen zuschreibt, selbst erfülle.

In einem Buch zu versinken bedeutet, sich im Eigenen zu verfangen. Deshalb haben wir das Bedürfnis, über gute Bücher mit anderen zu sprechen, wir sprechen dann auf Umwegen über uns.

Frank Berzbach, mit dir würde ich gerne spazieren gehen, einen Nachmittag mit Tee im Hotel sitzen, über spirituelle Bücher sprechen, dir einen Brief schreiben oder mich durch dicke Schmöker kämpfen. Bis dahin findest du mich in der Bücherei oder dem Buchladen meines Vertrauens, um wenigstens einen Teil der Leseempfehlungen aus "Die Kunst zu lesen" von meiner Liste zu streichen.

Die Kunst zu lesen

Frank Berzbach

Lesend reisen wir vom fernen Japan bis in die hessische Provinz. Lesend fühlen wir uns in andere Menschen ein. Lesend treten wir in Resonanz mit der Welt.
In diesem Literaturverführer begleiten wir Frank Berzbach durch die Lektüren, die ihn geprägt haben. Und wir ertappen uns auf jeder Seite dabei, selbst ins Schwelgen, Erinnern und Sehnen zu kommen.
Frei von Bildungsdünkel, faszinierend und mitreißend, entführt uns Frank Berzbach in die magische Welt der Bücher und Büchermenschen. Ein Buch zum Selbstlesen und Verschenken.

Verlag: Eichborn Verlag

Seitenzahl: 224

ISBN: 3847900889, EAN: 978-3847900887

Jetzt bestellen über den sozialen Buchhandel: Buch 7.

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