26.01.2017
Emoticons mit Handicap

Die mobile Anwendung „Inklumoji“ der Aktion Mensch ist seit kurzen in den App-Stores erhältlich. Menschen mit Behinderung sollen sich durch die inklusiven Emojis in der digitalen Kommunikation wiederfinde. Doch Nutzer sind geteilter Meinung.
Inklusive Emojis fürs Smartphone

Smileys, Bildzeichen und Animationen gehören zu den bekannten Emojis in Kurznachrichten. Für Menschen mit Behinderung gibt es seit kurzem die Smartphone-Applikation „Inklumoji“. Die Aktion Mensch will mit der App mehr Vielfalt in die Emoji-Welt der digitalen Kommunikation bringen. Insgesamt 27 inklusive Emojis, Icons und GIFs stellen Menschen mit und ohne Behinderung dar. Ziel der Bildzeichen ist es, Inklusion nicht nur in der Gesellschaft voranzutreiben, sondern auch in der Kommunikation.

Die bisherigen Nutzererfahrungen sind jedoch gespalten. Die Idee kommt bei den Smartphone-Usern gut an, die technische Umsetzung sorgt jedoch für Unzufriedenheit. „Eine App, in der ich die Zustimmung gebe, Zugriff auf meine Daten zu nehmen, geht gar nicht. Ist gelinde gesagt unverschämt und schadet dem bestimmt positiven Grundgedanken“, schreibt Petra Heye in ihrer Produkt-Bewertung. Die Tastatur-App kann nur mit Vollzugriff auf alle Handy-Daten aktiviert werden. Obwohl Aktion Mensch versichert, dass Kontodaten nicht gespeichert oder verwendet werden, schrecken Nutzer davor zurück, die App zu installieren.

Die Bildzeichen der kostenlosen Applikation zeigen beispielsweise einen Schneemann im Rollstuhl, eine Superheldin mit nur einem Bein, ein inklusives Liebespaar oder eine bionische Hand. Aktion Mensch möchte die Inklumojis auch langfristig als festen Bestandteil der Emoji-Tastatur etablieren, so dass die inklusiven Icons für jeden Nutzer auch ohne zusätzliche App verfügbar sind. Entsprechende Pläne hatte Aktion Mensch schon vor der Kritik der Nutzer mitgeteilt. Ein Antrag beim zuständigen Gremium für die Standardisierung von Schriftzeichen – dem Unicode-Konsortium- ist in Arbeit.

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